Das Rücktrittsangebot von Mercedes-Chef Cordes stellt die Weichen für einen Vorstandsumbau
Bei Daimler dreht sich das Personalkarussell

Der Aufsichtsrat von Daimler-Chrysler versucht zwar, Mercedes-Chef Eckhard Cordes, der Ende des Jahres seinen Hut nehmen will, noch zur Umkehr zu bewegen. Doch im Hintergrund hat bereits diskret die Suche nach einem geeigneten Nachfolger begonnen. Geht Cordes zusammen mit Vorstandschef Jürgen Schrempp, und dafür spricht derzeit fast alles, ist für den neuen Konzernchef Zetsche der Weg für einen Vorstandsumbau frei.

hz STUTTGART. Ganz von vorne anfangen müssen der designierte neue Daimler-Chef und Aufsichtsratschef Hilmar Kopper bei der Kandidatensuche allerdings nicht. Innerhalb von gut einem Jahr muss der Konzern nun voraussichtlich zum dritten Mal einen neuen Mann für den Chefsessel seiner wichtigsten Sparte suchen. Die Namensliste der Kandidaten ist also noch recht aktuell.

Möglicherweise wird zwar zunächst Zetsche selbst für eine Übergangsfrist die Führung der Marke mit dem Stern übernehmen, um mehr Zeit für die Auswahl eines Nachfolger zu gewinnen. Doch auf Dauer halten Aufsichtsratskreise eine solche Doppelfunktion für nicht durchhaltbar. Zetsche als Mercedes-Chef wäre deshalb ein Provisorium – und keine endgültige Lösung.

Erste Namen für die Cordes-Nachfolge werden bereits gehandelt – und die meisten davon standen bereits im vergangenen Jahr auf der Kandidatenliste. So werden erneut Forschungsvorstand Thomas Weber Chancen eingeräumt, den prestigeträchtigen Chefsessel von Mercedes einzunehmen. Der 51-jährige Weber sitzt bereits im Vorstand und hatte im vergangenen Jahr die Verantwortung für die Mercedes-Entwicklung übernommen. Zuvor hatte er unter anderem die Mercedes-Benz-Motorenproduktion in Stuttgart und das Werk Rastatt geleitet. Der promovierte Maschinenbauingenieur gilt als erfahrener und umgänglicher Manager.

Auch der neue Mercedes-Vertriebschef Klaus Maier ist bereits ins Gespräch gebracht worden. Cordes hat den Ex-Nutzfahrzeugmanager erst im März zur Marke mit dem Stern geholt. Maier gilt allerdings ebenso wie Rainer Schmückle, der ebenfalls als Kandidat gehandelt wird, als enger Vertrauter von Cordes. Schmückle ist derzeit die rechte Hand von Cordes bei der Mercedes-Gruppe und zählt als ehemaliger Chef der US-LKW-Tochter Freightliner zur Gefolgschaft des ehemaligen Nutzfahrzeugchefs Cordes. Dies könnte den Aufstieg der beiden Daimler-Manager bremsen.

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