"Das Spielfeld wird größer"
Energiekonzerne kaufen wieder ein

Branchenexperten sind sich einig: Die Konzentration der Energiekonzerne in Europa wird trotz hoher Bewertungen an der Börse weiter zunehmen.

HB DÜSSELDORF. Die Summen sind gewaltig: Der spanische Gasversorger Gas Natural will den Stromkonzern Endesa für 23 Milliarden Euro übernehmen, der französische Suez-Konzern kauft Aktien der belgischen Electrabel für über elf Milliarden Euro und Eon prüft eine Offerte für Scottish Power im Volumen von 15 Milliarden Euro. Auf Europas Energiemarkt rollt eine Fusionswelle zu.

„Der Markt tritt in eine neue Phase ein – die Versorger haben genug Luft geholt, um wieder zu wachsen“, sagt Berthold Hannes, Energieexperte der Unternehmensberatung A.T. Kearney. „Die Kassen der Unternehmen sind gut gefüllt“, pflichtet Michael Hegel von der Privatbank Sal. Oppenheim bei.

Die Prognosen der Branchenexperten sind im Kern identisch: Mittelfristig wird der europäische Markt von wenigen Großkonzernen bestimmt. Strittig ist nur, wer selbstständig bleibt. „Fünf bis acht große Player dürften es letztlich sein“, wagt A.T.-Kearney-Experte Hannes eine Prognose. Die deutschen Marktführer Eon und RWE werden dazu gehören, der italienische Marktführer Enel, ein spanischer Konzern, Electricité de France, vielleicht ein weiterer Franzose und eventuell der schwedische Vattenfall-Konzern.

Anlass für die Fusionsphantasien ist die Liberalisierung der europäischen Energiewirtschaft. Bis 2007 soll aus den nationalen Märkten ein einheitlicher Markt werden. Privat- und Industriekunden sollen sich dann ihre Anbieter in allen Ländern frei wählen können, der Handel von Strom- und Gas soll über die Landesgrenzen hinweg laufen. Dass bis dahin die Marktmacht der heimischen Versorger tatsächlich gebrochen wird, ist zwar kaum zu erwarten. Mit einer verstärkten Konkurrenz aus dem Ausland dürfen diese aber zweifelsohne rechnen – aber auch mit zusätzlichen Chancen.

Als Gerard Mestrallet, Chef des französischen Versorgers Suez, jüngst die Übernahme des belgischen Stromkonzerns Electrabel bekannt gab, führte er diese Entwicklung ausdrücklich als Begründung an: „Die Konsolidierung ist unterwegs“, sagte Mestrallet. Sein Unternehmen wolle dabei mitmischen.

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