Das Testat
Peugeot geht bei Renault in die Lehre

Allianzen zwischen europäischen und japanischen Konstrukteuren scheinen der letzte Schrei der Automobilbranche zu sein. Nicht nur PSA Peugeot Citroën und Mitsubishi, auch Volkswagen und Suzuki wollen dem Vorbild von Renault und Nissan nacheifern. Denn: Auf Dauer haben nur weltweit tätige Anbieter eine Überlebenschance.
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PARIS. Mit Blick auf einen Verbund aus PSA und Mitsubishi stellen sich zwei Fragen: Können sich die Franzosen an dem japanischen Hersteller beteiligen, ohne dass die Familie Peugeot die Kontrolle über den Konzern verliert? Und was würde eine solche Allianz bringen?

Die Familie Peugeot hält derzeit 30 Prozent am Kapital und rund 45 Prozent der Stimmrechte. Damit hat sie die Macht über Europas zweitgrößten Autokonzern. Und ihren maßgeblichen Einfluss will sie auch künftig nicht verlieren, das ist eine klare Bedingung für jedwede Allianz. Bei einem Verbund mit Mitsubishi wäre sie erfüllt.

Eine Vollfusion ist ausgeschlossen; die Franzosen könnten Mitsubishi aber bereits mit einem Anteil von rund 30 Prozent kontrollieren. Aktuell würde dies 1,5 Milliarden Euro kosten. Auf Basis des aktuellen Peugeot-Kurses von 23 Euro müsste das Unternehmen 65 Millionen neue Aktien ausgeben, um die Beteiligung per Aktientausch zu finanzieren. Dadurch würde zwar der Kapitalanteil der Familie auf 23 Prozent sinken.

Andererseits hielte sie weiter 35 Prozent der Stimmrechte - und verfügte damit über eine Sperrminorität. Diese Betrachtung schließt noch nicht ein, dass die Peugeots gute Gründe haben, einen Abschlag auf den Preis der Mitsubishi-Aktie zu fordern. Denn dieser ist aufgrund von Übernahmespekulationen überteuert.

Zur zweiten Frage: Was brächte eine solche Allianz insbesondere mit Blick auf das Bündnis von Renault und Nissan? Renault hat in zweierlei Hinsicht von seinem japanischen Partner profitiert. Zum einen durch industrielle Synergien, etwa durch die Gründung einer gemeinsamen Einkaufsgesellschaft. Sichtbarer in der Bilanz von Renault ist hingegen Nissans direkter Gewinnbeitrag, den die Japaner nach Frankreich überweisen.

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