DAT-Report Dieselkrise kommt auf Gebrauchtwagenmarkt an

Bei der Suche nach Gebrauchtwagen sind Diesel-Pkw im vorigen Jahr unbeliebter geworden. Der jüngste DAT-Report stellt zudem das Ende eines langen Trends fest. Bei Neuwagen wurde eine Marke übertroffen.
Kommentieren
Der Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland ist 2017 erstmals seit sieben Jahren geschrumpft. Vor allem der Diesel ist weniger gefragt. Quelle: dpa
Gebrauchtwagenmarkt

Der Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland ist 2017 erstmals seit sieben Jahren geschrumpft. Vor allem der Diesel ist weniger gefragt.

(Foto: dpa)

BerlinDie Dieselkrise macht sich auch auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt bemerkbar. Preisdruck und sinkende Nachfrage sind die Belege dafür im jüngsten DAT-Report 2018, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde. So dramatisch wie bei fabrikneuen Autos ist der Nachfrage-Rückgang jedoch nicht. Stets zu Jahresbeginn nehmen die Marktbeobachter der Deutschen Automobil Treuhand (DAT), einem Unternehmen der Automobilwirtschaft, in ihrem Report den Gebrauchtwagenmarkt unter die Lupe.

Demnach ging die Zahl der Besitzumschreibungen bei Diesel-Pkw 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent auf 2,39 Millionen zurück. Bei Benzinern betrug das Minus nur 1,0 Prozent. Noch deutlicher hat sich die Sorge um Fahrverbote für Diesel bei den Neuzulassungen niedergeschlagen: Die Diesel-Verkaufszahl brach um 13,2 Prozent ein. Spiegelbildlich legte die Zahl neuer Benziner auf deutschen Straßen um 13,8 Prozent zu.

In unterschiedliche Richtungen bewegten sich 2017 auch die Ausgaben für Neu- und Gebrauchtwagen. Der durchschnittliche Anschaffungspreis für Neuwagen überschritt im vergangenen Jahr erstmals die Marke von 30 000 Euro. Käufer legten 30 350 Euro pro Auto hin, das waren 700 Euro mehr als im Vorjahr.

Ganz schlimme Gebrauchte
Ganz schön peinlich für Kia:
1 von 15

Unter den nur zwei bis drei Jahre alten PKW schneidet das stylishe SUV Sportage von allen TÜV-Geprüften am schlechtesten ab. Schon 11,5 Prozent erhebliche Mängel stellt der TÜV bei dem Fahrzeug mit durchschnittlich 43.000 km Laufleistung fest, wenn es zum ersten Mal zur Hauptuntersuchung muss. Nur gut, dass Kia sieben Jahre Garantie gewährt.

Auch der Chevrolet Captiva fällt den TÜV-Prüfern regelmäßig negativ auf
2 von 15

Nur wenig besser als der bei den Dreijährigen Letztplatzierte Kia Sportage schneiden folgende Kandidaten im TÜV-Report ab: Kia Sorento (Mängelquote: 11,2 Prozent), Chevrolet Captiva (hier im Bild, Mängelquote: 11%), Chevrolet Spark (10,6%), Fiat Punto (10,5%) und Dacia Logan (9,8%).

Link: Eine Übersicht über die Mängelquoten aller Sieger und Verlierer im TÜV Report 2018.

Bei den fünf Jahre alten Fahrzeugen belegt der Peugeot 206 den hintersten Rang der TÜV-geprüften Kandidaten
3 von 15

Die Mängelquote bei dem kompakten Franzosen beträgt stolze 20,6 Prozent. Auf den Plätzen folgen: Dacia Logan (ebenfalls 20,6%), VW Sharan (18,5%), Renault Kangoo (17,8%), Seat Alhambra (17,4%), und Dacia Duster (16,8%).

Chevrolet mit Aveo und Matiz ( ehemals ein Daewoo) tragen bei den sieben und neun Jahre alten Fahrzeugen die rote Laterne
4 von 15

Rund ein Drittel der Kleinstwagen fällt bei der HU durch, teilweise mit nur teuer zu behebenden Schäden. Nur die Hälfte der vorgeführten Wagen besteht die TÜV-Prüfung auf Anhieb. So gesehen ist es leicht zu verschmerzen, dass sich die ehemalige Opel-Mutter GM mit der Marke Chevrolet vom deutschen Markt (bis auf Corvette und Camaro) zurückgezogen hat.

Auf den Plätzen folgen bei den 7 und 9 Jahre alten schlechtesten Fahrzeugen: Citroen C4, Dacia Logan, Renault Kangoo, Fiat Panda, Renault Megane, Dacia Sandero und Renault Twingo, allesamt mit Mängelquoten von mindestens 25,5% bis schlechtestens 35,8 Prozent.

Über alle Altersklasse hinweg wies rund jeder fünfte HU-Kandidat bei einer TÜV-Untersuchung erhebliche Mängel auf
5 von 15

Im Vergleich zum Vorjahr stieg diese Quote leicht um 0,2 auf 19,9%. Gehäuft gab es Probleme bei Bremsen, Fahrwerk, Auspuffanlagen und Beleuchtung.

Bei 66,1% der Hauptuntersuchungen gab es keine Beanstandungen. Insgesamt eine positive Entwicklung. 2016 wiesen noch 22,6% der Fahrzeuge erhebliche Mängel auf, fehlerfrei waren 63,7% der Autos.

Bei den Elfjährigen stehen mit Ka und Galaxy gleich zwei Ford-Baureihen am Ende des Rankings
6 von 15

Während bei den zwei- bis dreijährigen Gebrauchtwagen in Deutschland die Mängelquote mit durchschnittlich 5,8 Prozent um ein vielfaches niedriger liegt als der Durchschnitt, verhält es sich bei älteren Fahrzeigen genau umgekehrt.

Mit steigendem Alter nimmt die Häufigkeit sicherheits- und umweltrelevanter Mängel dramatisch zu: Bei den über elfjährigen Pkw haben bereits über ein Viertel (26,5 Prozent) erhebliche Mängel, bei den Mängelriesen sind es sogar fast 40 Prozent.

Augen auf bei gebrauchten Dacia Logan
7 von 15

Der Rumäne mag in der Anschaffung richtig billig sein, spätestens beim TÜV kommt aber höchstwahrscheinlich das dicke Ende: Jeder fünfte Logan fällt schon bei der zweiten HU durch. In allen Kategorien – vom Fahrwerk über Bremsen und Beleuchtung bis zum Motor – muss man mit teils erheblichen Mängel schon in jungen Jahren rechnen. Bei den 3-, 7- und bis 9-Jährigen liegt der Mängelriese jeweils auf dem dritten Rang, bei den 5-Jährigen sogar auf dem zweiten Verlierer-Rang.

Bei seinen Brüdern Sandero und Duster ist es nicht ganz so schlimm, in der Mängel-Top-Ten findet man sich aber immer.

Dagegen sanken die tatsächlich gezahlten Gebrauchtwagenpreise im Schnitt um 180 Euro auf 11.250 Euro. Weil auch etwas weniger Autos den Besitzer wechselten, schrumpfte der deutsche Gebrauchtwagenmarkt insgesamt um drei Prozent auf einen Gesamtumsatz von 82,1 Milliarden Euro.

Gemessen an der Zahl der Kaufverträge ist der Gebrauchtwagenmarkt mehr als doppelt so groß wie der für Neuwagen: Im vergangenen Jahr standen 3,44 Millionen Neuwagenkäufe 7,3 Millionen Besitzerwechseln von Altfahrzeugen gegenüber. Nimmt man den Wert als Maßstab, so hatten die Neuwagen die Nase vorn. Sie kamen auf 104,4 Milliarden Euro Gesamtumsatz, die Gebrauchten auf 82,1 Milliarden.

Zu den Erkenntnissen des Reports gehört auch, „dass über die Hälfte der Käufer ihrer bisherigen Marke treu“ seien, sagte DAT-Sprecher Martin Endlein. Markenhändler verkauften mittlerweile 51 Prozent aller Alt-Pkw, 17 Prozent gehen über freie Händler und 32 Prozent von privat an privat. Offensichtlich sind die Garantien, die Händler beim Verkauf geben, den Käufern die vergleichsweise hohen Preise wert.

Das Internet spielt inzwischen die überragende Rolle beim Kauf: 71 Prozent der Befragten sehen sich auf Online-Plattformen um, 26 Prozent nutzen Suchmaschinen und 22 Prozent gehen direkt auf Websites von Händlern.

Etwas besorgt sind die DAT-Autoexperten über die Antworten der Befragten zu alternativen Antrieben. Beim Umstieg von einem Verbrenner würden sich die meisten Interessierten inzwischen für einen Hybridmotor entscheiden. Das reine Elektroauto habe dagegen in den vergangenen zwei Jahren deutlich an Zustimmung verloren.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
Startseite

0 Kommentare zu "DAT-Report: Dieselkrise kommt auf Gebrauchtwagenmarkt an"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%