Datensicherheit
Auch deutsche Firmen fürchten Wikileaks

Die illegale Veröffentlichung der US-Geheimdepeschen durch die Internetplattform Wikileaks erschüttert nicht nur die Politik. Auch die Unternehmen sind alarmiert. Wikileaks-Chef Julian Assange hat es sich zum Ziel gemacht, auch sie zu enttarnen.
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HB BERLIN/DÜSSELDORF. Die Aufregung um die Veröffentlichung der geheimen Dokumente der US-Diplomaten hat sich noch nicht gelegt, da kündigt Wikileaks-Gründer Julian Assange schon den nächsten Schlag an. Anfang nächsten Jahres solle eine amerikanische Großbank zum Ziel werden, sagte er in einem Interview mit dem US-Magazin „Forbes“. „Es geht um zehntausende oder hunderttausende Dokumente, je nach Definition.“ Es handle sich dabei um ein „Megaleak“.

Ging es bisher um die Blamage einer politischen Großmacht, sind jetzt schlagartig auch zahlreiche Unternehmen in Alarmstimmung - und das nicht nur in Amerika.

Die Veröffentlichung geheimer US-Dokumente zeige, wie notwendig ein "radikales Umdenken" sei, warnt bereits der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Peter Schaar. "Wir brauchen nicht immer mehr, sondern weniger Daten, und die Daten müssen ordentlich geschützt werden", sagte er der Neuen Osnabrücker Zeitung. Sonst sei zu befürchten, dass demnächst nicht nur diplomatische Korrespondenz, sondern ärztliche Diagnosen, Strafakten oder andere sensible Informationen ihren Weg in das Internet fänden, warnte Schaar.

Seit heute ist die Offenlegung von vertraulichem Material auch die Horrorvision jedes Firmenchefs. Im Dienstleistungszeitalter steckt in den Datenbanken der Unternehmen so ziemlich alles, was den Wert einer Firma ausmacht: Kundendaten, vertrauliche E-Mails, Vertragsdetails, Preis- und Rabatttabellen und nicht zuletzt Designerstudien und technische Details der Produkte von morgen.

Das Thema Datensicherheit rückt damit ganz nach oben in die Prioritätenliste der Manager. Ein Datenklau, wie ihn die US-Regierung nun erlebt, kann für viele Firmen den Abstieg bedeuten. Die Interna nutzen nicht nur der Konkurrenz, sie wirken auch nach innen wie ein Giftcocktail. Indiskretion zerstört Vertrauen.

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  • zu Kommentar 13: ich versteh nur bahnhof Koffer klauen, inhalt stehen lassen.

    Worum geht es da?

  • Die deutschen Unternehmen brauchen kein wikileaks zu fürchten, dann wird es eben erzählt und fertig. Passiert sowieso nichts. Ausser teuren Klagen aus den USA gegen Deutschland und die laufen bereits seit Jahren auch ohne Wikis.
    Doch warum klagen die aus den USA? ist es berechtigt oder nicht? Oder soll nur Geld abgezogen werden? Dabei verkaufte der Schuster ja sogar das Abwasser in die USA mit Gerichtsstand: Klageort USA.

    Nun gut das Wasser wurde zurückgekauft, mit Kosten im Minus von ca. 20 Millionen Euro für die Stadt Stuttgart/baden Württemberg. So wurde es mir erzählt.

    Datenproblem und Kriminalisierung der bevölkerung erfolgt hier in Deutschland jeden Tag hautnah:
    bereits vor einiger Zeit führte ich vor dem Zuffenhausener bahnhof zufällig getroffen ein Gespräch mit einem industrieMitarbeiter darüber vor einem Supermarkt:

    in Deutschland werden überall Gmbhs gegründet, die sofort Daten an die Schufa melden. Sobald sie irgendeine Fitzelrechnung mal vergessen habe zu bezahlen oder ihr Konto mal nicht gedeckt ist, werden vollautomatisiert diese Daten an insolvenzverwalter weitergegeben und sie sind dann nicht mehr kreditwürdig, weil ihre Daten gespeichert werden.

    Gut nach 2-5 Mahnungen vollkommen normaler Prozess, sollte man meinen.
    Doch was hier an dieser Stelle anderst ist: Es gibt keine Ansprechpartner. Sie können niemanden anrufen ausser hotlines, an denen wieder nur automatisierte Prozesse gebunden sind.

    Die ganze Abwicklung erfolgt vollautomatisiert.

  • Digital Rights Management schützt den inhalt wichtiger geschäftlicher Unterlagen auf Dokumentenebene durch die Einbettung zuverlässiger Sicherheitsfunktionen. Dank dieser Schutzmechanismen ist die Datensicherheit stets gewährleistet, ganz gleich, wo die Dokumente zum Einsatz kommen – online, offline oder außerhalb des Firmen-Netzwerks auf den Laptops von Geschäftspartnern, bürgern oder Kunden. Selbst wenn ein solchermassen geschütztes Dokument beim Versand in die falschen Hände kommt oder ohne Erlaubnis kopiert wird, kann niemand auf seinen inhalt zugreifen. Da nützt es dann auch nichts, wenn es auf Wikileaks hochgeladen wird. Mehr: http://blog.adobe-solutions.de/adobe-livecycle/cablegate-lehren-aus-der-wikileaks-veroffentlichung/

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