Datsun: Nissans Billigmarke kommt nicht in Fahrt

Datsun
Nissans Billigmarke kommt nicht in Fahrt

Die Marke Datsun sollte dem japanischen Autobauer Nissan mehr Wachstum in den Schwellenländern bescheren. Doch das Billig-Image wird zum Hemmschuh für die Verkäufe. Der Erfolg bleibt bisher aus.
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DüsseldorfRenault hat es vorgemacht: Ihre Billigmarke Dacia gehört seit Jahren zu den großen Gewinnern auf dem europäischen Automarkt. Ein Erfolg, den die Schwestermarke Nissan in aufstrebenden Märkten wie Indien und Russland wiederholen wollte. Darum wurde im vergangenen Jahr die Billigmarke Datsun wiederbelebt. Doch die ersten Zahlen sorgen für Ernüchterung.

Besonders in Indien kommen die Japaner viel langsamer voran als gedacht, berichtet das „Wall Street Journal“. In Indien fehle weiterhin ein geeignetes Händlernetz, damit Datsun auch die wenig entwickelten Regionen erreicht, in denen niedrigpreisige Fahrzeuge besonders gefragt sind. Bisher gibt es nur 15 eigene Datsun-Händler, der Rest wird über das 160 Händler starke Nissan-Netzwerk verkauft. Doch in den großen Städten ist das Billigimage für den Verkauf aber eher hinderlich – eine Erfahrung, die schon der indische Autobauer Tata mit dem Kleinstwagen Nano machen musste.

Noch im Jahr 2013 hatte Nissan-Konzernchef Carlos Ghosn die Maßgabe ausgegeben, den Marktanteil in Indien bis März 2016 auf zehn Prozent zu steigern. Derzeit kommt Nissan in Indien auf einen Marktanteil von zwei Prozent.

Zeit, ein wenig auf die Euphoriebremse zu treten. „Wir sollten vernünftig sein und der Marke Zeit geben, sich zu etablieren“, zitiert das Wall Street Journal Nissans Indien-Chef Guillaume Sicard. Tatsächlich haben sich schon ganz andere Autobauer am indischen Markt die Zähne ausgebissen: Ford, General Motors und Fiat konnten trotz großer Ambitionen nur wenige indische Autokäufer für sich gewinnen.

Mit einem Preis von umgerechnet rund 4711 Euro ist das Einstiegsmodell Datsun Go etwa 25 Prozent günstiger als das billigste Modell von Nissan und auch günstiger als die Konkurrenz von Toyota und Honda. In Indien wurden monatlich trotzdem nur 1.500 Exemplare verkauft – statt der prognostizierten 5000. Indiens Bestseller, der Maruti Suzuki Alto kommt auf 22.000 abgesetzte Fahrzeuge im Monat.

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