Dax-30
Die Einflüsse der Unternehmenssteuerreform

Die Unternehmen im Dax glänzten im dritten Quartal mit einem Anstieg ihrer Nettogewinne um durchschnittlich gut 30 Prozent. Die meisten Konzerne legten deutlich zu, einige verbuchten aber auch Gewinnrückgänge. Dafür ist nicht nur das operative Geschäft verantwortlich.

FRANKFURT. Maßgeblicher Faktor war in vielen Fällen nicht etwa die Konjunktur- oder Kostenentwicklung, sondern der deutsche Gesetzgeber – mit der Anfang Juli verabschiedeten Unternehmenssteuerreform. Die damit vorgezeichnete Senkung des Körperschaftsteuersatzes von 25 auf 15 Prozent wird zwar erst ab 2008 wirksam, hinterließ gleichwohl bereits deutliche Spuren in vielen Bilanzen.

Dreh- und Angelpunkt sind dabei die latenten Steuern – eine Bilanzposition, in der hypothetische Steuerforderungen und -verbindlichkeiten erfasst werden. Für ihre Berechnung sind auch zukünftige Steuersätze maßgebend. Die Verabschiedung der Reform im Bundesrat Anfang Juli zwang damit die Unternehmen zu einer Bewertungsanpassung mit zum Teil drastischem Einfluss auf die Nettogewinne im dritten Quartal und den ersten neun Monaten 2007.

In der Summe hinterließ die Reform auf diesem Weg bei den Dax- 30- Unternehmen einen positiven Steuereffekt von rund einer Milliarde Euro. Finanzdienstleister, so vor allem Allianz, Deutsche Bank und Münchner Rück, verbuchten dabei überwiegend Steuerentlastungen in dreistelliger Millionenhöhe. Bei den Industriekonzernen dagegen gab es Ausschläge in beide Richtungen – je nachdem, ob mehr aktive oder passive latente Steuern korrigiert wurden.

Größter "Gewinner“ der Reform war der Leverkusener Bayer -Konzern mit einem positiven Steuereffekt von 941 Mill. Euro. Eine Summe, die das Vorsteuerergebnis des Pharma- und Chemiekonzerns im dritten Quartal um das Doppelte übersteigt und selbst auf Neun-Monatsbasis noch für einen buchhalterischen Steuerertrag sorgte. Dreistellige Millionenbeträge an reform-bedingten Steuererträgen wiesen ferner BMW, BASF, Lufthansa und Eon aus. Außerhalb der Dax-30- Gruppe überraschte ENBW mit einem positiven Steuereffekt von 420 Mill. Euro.

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