Dax-Ausblick: Firmen malen schwarz, Analysten rosa

Dax-Ausblick
Firmen malen schwarz, Analysten rosa

Fragt man die deutschen Unternehmen, dann droht 2009 der Absturz. Fragt man dagegen die Analysten, dann winkt nach dem Einbruch 2008 im zweiten Halbjahr dieses Jahres bereits die Erholung. Zweifel am notorischen Optimismus der Analysten sind allerdings angebracht: Schon im abgelaufenen Jahr irrte die Zunft gewaltig.

DÜSSELDORF. Auf zwölf Prozent taxierten die Analysten vor einem Jahr den Anstieg des Nettogewinns bei den 30 Dax-Konzernen. Jetzt droht ein Einbruch um 25 Prozent. Und selbst das erscheint angesichts laufend sinkender Gewinnschätzungen fraglich.

Auf neun Prozent taxieren die Analysten nun für 2009 den Anstieg des Nettogewinns bei den Dax-Konzernen. Dabei gehen die Experten davon aus, dass vor allem die Banken und Versicherungen angesichts der Milliardenabschreibungen im vergangenen Jahr nun wieder durchstarten, ihre Gewinne verdoppeln und so Schwächen bei etlichen Industriekonzernen ein wenig kaschieren können. Doch selbst für äußerst konjunktursensible Unternehmen wie den Mischkonzern Siemens und den Düngemittelspezialisten K+S prognostizieren Analysten nach Angaben des Finanzdatenspezialisten Factset für 2009 ein Gewinnplus von 35 und 22 Prozent. Und das, nachdem K+S seinen Gewinn im abgelaufenen Jahr dank schnell steigender Kalipreise bereits verfünffachen konnte. Angesichts sinkender Aufträge aus der Landwirtschaft, wie K+S bereits einräumte, erscheint ein neuerlicher Anstieg unwahrscheinlich.

Anders als die Analysten, die auf eine schnelle Trendwende setzen, stellen sich die meisten Unternehmen auf eine tiefe und lange Durststrecke ein. 35 der 43 vom arbeitgebernahen IW-Institut befragten Wirtschaftsverbände gehen für 2009 von einer niedrigeren Produktion oder einem geringeren Umsatz gegenüber dem Vorjahr aus. Neben den gebeutelten Banken und Versicherungen rechnen besonders die Automobil-, aber auch die klassischen Industriebranchen mit geringeren Aufträgen. Daimler-Chef Dieter Zetsche geht davon aus, dass die Geschäfte noch einmal schlechter werden, ehe es wieder aufwärts geht. Eine Prognose wagt er aber nicht. „Es gibt keinen Grund davon auszugehen, dass es besser wird“, sagt Hakan Samuelsson, Chef des Lkw-Herstellers MAN.

Seite 1:

Firmen malen schwarz, Analysten rosa

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%