Dax-Kandidat
Nächster Anlauf für Evoniks Börsengang

Im dritten Anlauf scheint der Börsengang von Evonik zu klappen. Ende Juni könnte es soweit sein. Das Kuratorium gab trotz Griechenland-Krise am Montag grünes Licht - allerdings mit einer Ausstiegsklausel.
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Der Essener Spezialchemiekonzern Evonik hat vom Kuratorium seines Mehrheitseigentümers RAG-Stiftung Grünes Licht für den geplanten Börsengang bekommen. Das Kuratorium habe in einer Sitzung am Montag die nötigen Mittel genehmigt und unterstütze die weiteren Vorbereitungen, teilte die Stiftung am Abend mit. Allerdings müsse die Stiftung die „nicht unerheblichen und zunehmenden Risiken“ der Märkte genauestens im Auge behalten, erklärte Stiftungschef Wilhelm Bonse-Geuking laut einer Mitteilung. Gegebenenfalls müsse der Zeitplan des Börsengangs noch einmal überprüft werden.

Geplant ist eine Veräußerung von insgesamt einem Drittel der Evonik-Anteile. Zweiter Eigentümer neben der Stiftung (74,99 Prozent) ist der britische Finanzinvestor CVC Capital Partners, der einen Börsengang ebenfalls befürwortet. Der Erlös wird auf rund fünf Milliarden Euro taxiert. Damit wäre Evonik der größte Börsengang seit Jahren in Deutschland. Da die technischen Vorbereitungen bereits weit vorangetrieben sind, erwarten Beobachter den Schritt schon Ende Juni oder Anfang Juli, falls er nicht wegen der Euro-Krise doch noch im letzten Moment verschoben wird.

Evonik sei gut in das Jahr gestartet. Für den Schritt spreche auch das starke Interesse des Kapitalmarktes, hieß es in der Mitteilung. Nach der Entscheidung des Kuratoriums muss nun noch der Evonik-Aufsichtsrat zustimmen. Danach ist die offizielle Absichtserklärung („Intention to float“) für den Börsengang möglich.

Die Bundesregierung ist mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) im Kuratorium vertreten. Aus den Erlösen des Börsengangs sollen die Ewigkeitslasten des deutschen Steinkohlebergbaus etwa für das Abpumpen von Wasser in den Abbaugebieten dauerhaft bezahlt werden.

Erträge aus einem Evonik-Börsengang könnten auch in andere Unternehmen investiert werden, sagte Bonse-Geuking den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe (Dienstag). Die Stiftung suche nach ertragreicheren, aber sicheren Anlagemöglichkeiten mit nachhaltigen Perspektiven. Schon vor drei Jahren habe die Stiftung Interesse an einer Beteiligung am Duisburger Hafen geäußert, da der Bund seinen Anteil verkaufen möchte. „Wenn die Eigentümer darüber mit uns sprechen wollen, jederzeit.“

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