Dax-Neuling
K+S verfehlt eigene Ziele

Der Düngemittel- und Salzproduzent K+S hat trotz eines Rekordjahres 2008 die eigenen Ziele verfehlt und die Erwartungen am Markt enttäuscht.

HB KASSEL. Höhere Kalipreise sorgten für einen Umsatzsprung um 43,4 Prozent auf rund 4,8 Milliarden Euro, teilte der Dax-Aufsteiger am Donnerstag in Kassel mit. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern (Ebit I) und vor Bewertungsveränderungen von Derivaten zur Absicherung von Wechselkursrisiken legte auf 1,34 (0,29) Milliarden Euro zu. Auch der bereinigte Gewinn erhöhte sich kräftig auf 979,3 (175,3) Millionen Euro.

Trotz der Rekordwerte verfehlte K+S aber seine mehrfach gekappten eigenen Ziele sowie die Erwartungen von Analysten deutlich. Der Vorstand hatte die Messlatte mit einem Umsatzziel von zuletzt knapp 5,3 Milliarden Euro und einem operativen Gewinn von rund 1,4 Milliarden Euro aber deutlich höher gelegt. Der weltweit viertgrößte Kali-Produzent schraubte auch seine Prognosen für 2009 zurück. Der Aktienkurs stürzte am Donnerstag zu Handelsbeginn acht Prozent ab.

Die Dividende soll nach dem mit Abstand besten Jahr in der mehr als 100-jährigen Unternehmensgeschichte auf 2,40 je Aktie erhöht werden - das entspricht nahezu einer Verfünffachung. Die Düngemittelbranche profitiert vom ungebremsten Wachstum der Weltbevölkerung und dem dadurch steigenden Nahrungsmittelbedarf. Steigende Nachfrage, knappe Lagerbestände und Getreidepreise auf Rekordhöhe hatten die Preise für Kali, einer der Hauptnährstoffe für Pflanzen, in die Höhe schießen lassen. Das führte bei K+S zu kräftigen Ergebniszuwächsen, die im dritten Quartal ihren Höhepunkt erreichten. Die Finanzkrise und der folgende Wirtschaftsabschwung setzten jedoch auch der Landwirtschaft zu. Die Getreidepreise fielen und viele Landwirte stellten Düngerbestellungen zurück.

Wegen des eingetrübten Marktumfelds hatte K+S bereits seine Produktion gedrosselt. Auch Konkurrenten wie die russische Uralkali und die nordamerikanische Mosaic hatten ähnliche Schritte eingeleitet.

Zuletzt war der Kasseler Konzern noch davon ausgegangen, dass sich das Marktumfeld in diesem Jahr wieder erholt. Der Vorstand hatte daher erwartet, dass der Umsatz weiter zulegen sollte. Auch beim operativen Gewinn hatte K+S Chancen auf eine weitere Steigerung gesehen. Dies wird nun wohl erst 2010 der Fall sein. Für 2009 geht der Dax-Konzern nun von einem spürbaren Umsatz- und Ergebnisrückgang aus, da der Absatz im größten Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte deutlich zurückgehen dürfte.

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