Daxas
Altana zieht Hoffnungsträger zurück

Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Altana hat seinen europäischen Zulassungsantrag in Europa für sein neuentwickeltes Medikament Daxas zurückgezogen. Es ist der Schlusspunkt einer ganzen Reihe von Flops, die Altana nun unter Zugzwang setzen.

HB FRANKFURT. Die Entscheidung dazu sei nach Beratungen mit der europäischen Arzneimittelbehörde EMEA gefallen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Altana werde aber die Entwicklung des Medikaments fortsetzen und weitere klinische Studien auflegen. Ein neuer Zulassungsantrag werde angestrebt, sobald weitere klinischen Daten vorliegen würden.

Daxas ist ein Präparat gegen Asthma und Raucherlunge und sollte dem Unternehmen nicht weniger als das Überleben sichern. Das Pharmageschäft von Altana hängt noch wesentlich vom Erfolg des Magenmittels Pantoprazol ab, dessen Patentschutz zum Ende diese Jahrzehnts jedoch abläuft. Neue Medikamente werden nach Altana-Angaben die erwartete Umsatzdelle dann aber nicht schnell genug ausgleichen. Wie wichtig gerade Daxas für Altana ist, zeigte die Reaktion der Börse. Die Altana-Aktie büßte nach der Mitteilung mehr als 5 Prozent auf 45,80 Euro ein.

Neben Daxas gehört das Asthma-Medikament Alvesco zu den aussichtsreichsten Medikamenten. Der Konzern hatte den neuen Mitteln Umsätze in der Größenordnung von einer Milliarde Euro zugetraut. Doch sowohl bei Daxas, als auch bei Alvesco hatte es schon zuvor Rückschläge gegeben. So war die US-Partnerschaft mit dem Branchenprimus Pfizer für Daxas geplatzt. Zudem lässt die Zulassung für das Atemwegspräparat Alvesco, das in Europa schon auf dem Markt ist, in den USA auf sich warten.

Altana sucht wegen der Probleme derzeit einen Partner oder Käufer für seine Kernsparte Pharma. Möglich ist aber auch, dass das Geschäft durch Zukäufe gestärkt wird. Dazu stehen 1 Milliarde Euro bereit. Doch egal, wie sich das Unternehmen entscheidet: Nach dem Rückzug des Zulassungsantrag für Daxos muss es schnell handeln. Erst vor wenigen Wochen hatte das Unternehmen zudem angekündigt, das zweite Standbein Chemie in 2006 an die Börse bringen zu wollen.

„Das Risikoprofil des Unternehmens verschlechtert sich damit weiter“, sagte Analyst Thomas Brenning von Helaba Trust. Es dürfte schwierig werden, einen Ausgleich zu finden, wenn der Patentschutz beim erfolgreichen Magenmittel Pantoprazol abläuft. „Die Verkaufsaussichten für die Pharmasparte haben sich deutlich verschlechtert“, sagte Carsten Kunold von Merck Finck. Fraglich sei auch, welche Auswirkungen die Nachricht auf die US-Strategie für Daxas habe, fügte Brenning hinzu. „Das wirft kein gutes Licht auf die Qualität der Forschung im Altana-Konzern.“

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