DDR-Sport
Jenapharm entschädigt Doping-Opfer

Der Pharmahersteller Jenapharm, der zum Bayer-Konzern gehört, hat sich mit 184 Doping-Opfern des DDR-Sports außergerichtlich geeinigt. Die ehemaligen Spitzensportler erhalten Schadenersatz, nachdem sich das Unternehmen bislang dem versperrt hat.

HB JENA. Die Einigung teilte das Unternehmen am Donnerstag in Jena mit. Jenapharm will den ehemaligen DDR-Sportlern je 9 250 Euro zahlen. Vor einer Woche hatte sich der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) auf eine ebenso hohe Zahlung mit rund 170 DDR-Dopingopfern verständigt. Zudem will Jenapharm 170 000 Euro an die Doping-Opfer-Hilfe spenden.

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Die Pharmafirma, der Rechtsnachfolger des VEB Jenapharm, hatte vor der Wende anabole Steroide und andere Wirkstoffe für den DDR-Sport geliefert. Jenapharm ist heute eine Tochter des Berliner Pharmaherstellers Schering, der wiederum vor kurzem von Bayer aufgekauft worden ist. Spezialität sind Hormonpräparate wie Anti-Baby-Pillen. Unter dem neuen Besitzer wandert ein Großteil der Forschung und Entwicklung sowie der Produktion aber von Jena nach Berlin ab. Was bleibt, ist der Vertrieb. 2005 machte Jenapharm mit rund 420 Mitarbeitern einen Umsatz von 110,4 Mill. Euro. Bis Mitte Dezember ist die Zahl der Beschäftigten schon auf 330 gefallen, Tendenz fallend.

Mit der nun vereinbarten Zahlung wolle das Unternehmen einen sozialen Beitrag leisten, um das Leid der Betroffenen zu lindern und einen langwierigen Rechtsstreit zu vermeiden, hieß es in der Mitteilung. Die Geschäftsführung von Jenapharm sei weiter der Auffassung, dass die Firma keine rechtliche Verantwortung für Folgeschäden des staatlichen DDR-Dopingsystems trage.

Nach der Einigung der ehemaligen DDR-Sportler mit dem Olympischen Sportbung am Mittwoch vergangener Woche hatte Jenapharm sofort die Bereitschaft zu weiteren Gesprächen erklärt. Im April noch war ein Gütetermin zwischen beiden Seiten gescheitert.

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