"Deal grundsätzlich nicht in Frage gestellt"
Kunz-Übernahme durch Pfleiderer vorerst gestoppt

Bei der geplanten Übernahme der Kunz-Gruppe durch den Pfleiderer-Konzern sind unerwartete Probleme aufgetaucht. Der Kauf verzögert sich nun, der Aktienkurs des Holzverarbeiters Pfleiderer brach daher am Mittwoch ein.

HB NEUMARKT/UNTERENSINGEN. Der Kaufvertrag sei wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten bei Kunz bisher nicht vollzogen worden, teilte die Pfleiderer AG am Mittwoch am Stammsitz im oberpfälzischen Neumarkt mit. Wegen einer zwischenzeitlich eingetretenen Verschlechterung der Geschäftslage bei Kunz in Nordamerika will Pfleiderer nachverhandeln. „Wie sehen den Deal grundsätzlich nicht in Frage gestellt, sondern lediglich Nachverhandlungsbedarf“, sagte ein Sprecher am Mittwoch.

Ursprünglich hatte Pfleiderer geplant, das Konkurrenzunternehmen mit 1800 Beschäftigten bis Ende September zu übernehmen. Dieser Zeitplan könne nicht mehr eingehalten werden, erklärte Pfleiderer-Sprecher Ulrich Körner weiter. Derzeit liefen Gespräche, die voraussichtlich noch einige Wochen dauerten. Pfleiderer strebe aber weiterhin einen zügigen Abschluss der Vertragsverhandlungen an. Die zuständigen Kartellbehörden hätten die Übernahme bereits genehmigt.

Nach Aussage des Sprechers ist die Geschäftsentwicklung der Spanplatten-Aktivtäten der Kunz-Gruppe in Nordamerika hinter den Planungen zurückgeblieben, was Grundlage für den Kaufvertrag gewesen sei. Deshalb müsse mit der Kunz-Gruppe nochmal über den Kaufpreis und die Übernahme von Restrukturierungskosten gesprochen werden. Pfleiderer hatte im Juli die Übernahme der Holzwerkstoffaktivitäten von Kunz für rund 212 Mill. Euro in bar angekündigt. Außerdem sollen Verbindlichkeiten von 267 Mill. Euro übernommen werden.

Erst vor kurzem hatte Pfleiderer mit dem Verkauf seines Bahnschwellengeschäfts an den Verkehrstechnik-Konzern Vossloh seinen tief greifenden Konzernumbau für beendet erklärt. Nachdem das Unternehmen tief in die roten Zahlen gerutscht war, hatte es sich auf sein Geschäft mit Holzwerkstoffen konzentriert. Alle anderen Geschäftsbereiche hat Pfleiderer verkauft. Um sein Holzwerkstoff-Geschäft langfristig mit Leim zu versorgen und sich unabhängiger von den schwankenden Preisen für dieses Produkt zu machen, kaufte Pfleiderer in der vergangenen Woche zudem den polnischen Leimhersteller Silekol.

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