Deal mit Compugen
Bayer sichert sich Rechte an Krebs-Wirkstoff

Ein Deal in dreistelliger Millionenhöhe soll Bayers Präsenz auf dem Krebs-Medikamentemarkt stärken. Im Blickpunkt der Zusammenarbeit stehen zwei Moleküle, die bösartige Tumore angreifen können.
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FrankfurtBayer baut seine Medikamentenforschung in der Krebsmedizin mit dem Kauf neuer Wirkstoffe aus. Von der israelischen Firma Compugen erwarb der Leverkusener Konzern Rechte an Molekülen erworben, die bei der Steuerung des Immunsystems eine wichtige Rolle spielen sollen, wie Bayer am Montag in Berlin mitteilte. Im Blickpunkt stehen zwei Substanzen der Israelis, die allerdings noch im vorklinischen Entwicklungsstadium stecken. Die Immuntherapie ist ein neuer Ansatz in der Krebstherapie, bei der das körpereigene Abwehrsystem angeregt werden soll, den Tumor zu bekämpfen. Die Bayer-Aktie lag nach der Nachricht 0,6 Prozent im Plus.

Nach einer Vorauszahlung von zehn Millionen Dollar winken der Firma aus Tel Aviv weitere potenzielle Zahlungen von mehr als 500 Millionen Dollar, sollte die Entwicklung der zwei Substanzen erfolgreich verlaufen. Hinzu kommen Zahlungen von bis zu 30 Millionen Dollar, die an Erfolge in der vorklinischen Forschung geknüpft sind. Schaffen es Medikamente auf den Markt, soll Compugen im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich an den Umsätzen beteiligt werden. Bayer besitzt dann die weltweiten Verkaufsrechte an den Arzneien.

Bayer hat vor einigen Jahren schon einmal mit Compugen zusammengearbeitet. Die Firma konzentriert sich auf die Entwicklung von therapeutischen Proteinen und monoklonalen Antikörpern für die Behandlung schwerer Krankheiten. "Die Immuntherapie gehört zu den Schwerpunktgebieten unserer Onkologieforschung. Durch die Partnerschaft mit Compugen erweitern wir unser Portfolio in diesem Bereich", erklärte Andreas Busch, der bei Bayer HealthCare für die Erforschung neuer Arzneien zuständig ist.

Die Krebsmedizin ist einer der Schwerpunkte von Bayer im Pharmageschäft. Mit dem Präparat Nexavar gegen Nieren- und Leberkrebs setzte Bayer im vergangenen Jahr 792 Millionen Euro um. Zu den Hoffnungsträgern gehört die in mehreren Ländern bereits zugelassene Arznei Stivarga gegen Magen-Darm-Tumore, die auf einer Schwestersubstanz des Nexavar-Wirkstoffs aufbaut. Ihr traut der Konzern in der Spitze über eine Milliarde Euro Umsatz im Jahr zu. Auch das Medikament Xofigo zur Behandlung von fortgeschrittenem Prostatakrebs ist in den USA bereits zugelassen. Auch die Umsatzerwartung für Xofigo liegt - alle Therapiefelder zusammengenommen - über der Milliardenschwelle.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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