Deckungslücke von 600 Millionen Euro
Galileo-Projekt gerät in Gefahr

Das europäische Projekt für Satellitennavigation Galileo steht möglicherweise auf der Kippe. „Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem eine Einigung bei den Kostenschätzungen erreicht werden muss“, fordert Günter Stamerjohanns, Chef der Galileo Industries. Er hält das Projekt für bedroht, falls es sich weiter verzögert und die Mitgliedsländer der Raumfahrtagentur ESA nicht mindestens 300 Mill. Euro nachschießen.

MÜNCHEN. Mit Galileo wollen die Europäer die Monopolstellung des US-Systems GPS brechen und neue Dienste anbieten. Das Projekt steht unter Zeitdruck, weil die USA derzeit GPS überarbeiten. „Europa braucht Galileo und wir sollten ohne weiteren Verzug mit seiner Realisierung beginnen“, mahnt Stamerjohanns.

Ursprünglich sollte Galileo 2008 einsatzbereit sein. Stamerjohanns rechnet bereits mit einem Verzug von ein bis zwei Jahren. Galileo Industries hat als Generalunternehmer Anfang Oktober der ESA für die erste Test- und Entwicklungsphase ein Angebot über 1,2 Mrd. Euro unterbreitet. Darin enthalten sind die ersten vier Testsatelliten und Bodenstationen, mit denen die Funktionsfähigkeit des Systems bewiesen werden soll. In einer zweiten Phase sollen dann weitere 26 Satelliten ins All geschossen werden.

Mit dem Angebot liegt die Industrie ungefähr in dem ursprünglichen Rahmen von 1,1 Mrd. Euro von vor vier Jahren. Die Differenz von 100 Mill. Euro erklärt Stamerjohanns vor allem durch die zwischenzeitliche Preisentwicklung. Das Problem ist allerdings, dass von den öffentlichen Geldern von 1,1 Mrd. Euro bei der ESA nur noch 565 Mill. Euro übrig sind. Stamerjohanns erklärt das mit Kosten durch die Verzögerungen. Allein 100 Mill. Euro müssen ausgegeben werden, weil schnellstmöglich zwei Testsatelliten vorab ins All müssen, um auf den vereinbarten Frequenzen zu senden – sonst verfallen die internationalen Rechte.

Seite 1:

Galileo-Projekt gerät in Gefahr

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%