Defekte Airbags
Honda und Nissan rufen noch mehr Autos in Werkstatt

Die defekten Airbags des Zulieferers Takata bereiten immer größere Probleme. Honda und Nissan weiten ihre Rückrufe in Japan aus, in Amerika gerät das Unternehmen immer weiter unter Druck.
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TokioDie japanischen Autobauer Honda und Nissan müssen wegen der defekten Airbags des Zulieferers Takata ihre Rückruf-Aktionen in Japan noch einmal ausweiten. Wie das zuständige Ministerium am Donnerstag mitteilte, ruft Honda jetzt noch mal gut 171.000 Autos in die Werkstatt und Nissan knapp 83.000 Stück. Zudem müssten beide Autobauer überprüfen, ob ebenso Wagen außerhalb des Landes betroffen sind. Zuvor hatte Toyota seinen Rückruf ausgeweitet.

Honda hatte bisher weltweit in über 13 Millionen Autos den Austausch der defekten Airbags der japanischen Firma Takata auf den Weg gebracht. Die Airbags können wegen mangelhafter Verarbeitung platzen - dabei kommt es zu einer Explosion, die Teile der Metallverkleidung sprengt und durch den Fahrzeugraum schleudert.

Honda ist seit mehr als 50 Jahren Kunde bei Takata und am stärksten betroffen. Auch Mazda oder Toyota, die US-Konzerne General Motors, Chrysler und Ford sowie BMW haben bereits Autos wegen der Probleme mit Takata-Airbags zurückgerufen. Anwälte gehen von fünf Todesopfern in Amerika und einem in Malaysia aus.

In Amerika wollen mehrere Autobauer eine gemeinsame Untersuchung auf den Weg bringen, um das Ausmaß der Airbag-Krise zu ermitteln. Am Donnerstag wollten sich Vertreter von Honda, Toyota, Chrysler, Ford, Nissan, Subaru, Mitsubishi, Mazda und BMW deshalb in der Autohochburg Detroit treffen, wie das Fachblatt „Automotive News“ unter Berufung auf zwei informierte Quellen berichtete.

Ein Takata-Sprecher erklärte auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa, dass die Probleme mit den Airbags bislang nicht Europa erreicht hätten. „Wir wissen derzeit von keinen Vorfällen dort.“ Takata, das etwa ein Fünftel der globalen Airbag-Produktion liefert, betreibt auch in Deutschland mehrere Werke. Dem Sprecher zufolge sollen nach aktuellem Untersuchungsstand aber nur Fabriken in den USA und Mexiko im Zusammenhang mit den defekten Teilen stehen.

In den USA wird der Druck auf die japanische Firma immer größer. Zuletzt hatte sich Takata sogar mit der Verkehrsaufsicht NHTSA angelegt und ein Ultimatum für einen landesweiten Rückruf verstreichen lassen. Bei einer Anhörung im US-Kongress blieb Takata-Manager Hiroshi Shimizu am vergangenen Donnerstag stur. Sein Unternehmen riskiert eine Strafe von bis zu 35 Millionen Dollar.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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