Deloitte Touche verteidigt dezentrale Organisation
Konzernchef Parrett lehnt Verantwortung für Parmalat-Skandal ab

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte Touche Tohmatsu (DTT) wehrt sich gegen Kritik an ihrer dezentralen Organisationsform mit unabhängig agierenden Mitgliedsfirmen. Kritiker werfen DTT vor, sich hinter dieser Organisationsform zu verstecken, wenn es darum gehe, für Prüfungsfehler die Verantwortung zu übernehmen.

HB NEW YORK. „Wir verbergen uns nicht“, widersprach DTT-Chef William Parrett im Gespräch mit dem Handelsblatt den Kritikern. Vielmehr erzwängen die unterschiedlichen Rechtsvorschriften in verschiedenen Ländern eine dezentrale Organisation in Form von Partnerschaften. „Wenn es dagegen eine globale Regulierungsbehörde gäbe, müssten wir uns dem anpassen“, sagte Parrett. Obwohl es einen Trend zur Harmonisierung der Regeln für Wirtschaftsprüfer gibt, rechnet er vorerst jedoch nicht mit einem solchen Schritt.

DTT ist die Dachgesellschaft für gleichnamige Partnerschaften in 150 Ländern. Das Unternehmen ist als Schweizer Verein organisiert, was den Mitgliedsfirmen eine hohe rechtliche Unabhängigkeit belässt. Zugleich tritt die Gesellschaft jedoch mit einer globalen Marke auf und arbeitet eng zusammen, wenn es um Geschäftspraktiken oder Verhaltensregeln geht.

Kritiker sehen darin einen Widerspruch. So hat der Konkursverwalter des italienischen Milchkonzerns Parmalat nicht nur die italienische DTT verklagt, die die gefälschten Bilanzen abgesegnet hatte. Die zehn Mrd. Dollar teure Klage richtet sich auch gegen die Gesellschaft in den USA und die Dachorganisation.

Parrett lehnt zwar eine globale Verantwortung seiner Gesellschaft für den Parmalat-Skandal ab. „Nicht nur die Öffentlichkeit und Investoren, sondern auch die Wirtschaftsprüfer sind massiv betrogen worden“, sagte er. Der Manager räumt jedoch ein, dass DTT die Bilanzfälschungen erst nach zweieinhalb Jahre entdeckt habe. „Wenn man solche Fehler entdeckt, ist es immer einen Tag zu spät“, sagte Parrett. Die ganze Branche hätte im vergangenen Jahrzehnt „einen besseren Job“ machen können und Anleger zum Beispiel besser über das informieren können, was Bilanzprüfer leisten können und was nicht.

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