Delphi-Kauf derzeit kein Thema
Bosch dämpft Wachstumserwartungen

Der weltgrößte Automobilzulieferer Bosch ist dank des Booms in Asien und Zuwächsen bei der Industrietechnik weiter auf Wachstumskurs. Allerdings befürchtet das Unternehmen durch die hohen Rohstoff- und Energiepreise in diesem Jahr eine geringere Ertragskraft.

HB STUTTGART. „Es wird schwierig werden, 2006 das Renditeniveau zu halten“, teilte Bosch am Donnerstag in Stuttgart in seinem Geschäftsbericht für das vergangene Jahr mit. Vor allem durch die steigenden Preise für Metalle und Energie könnten sich Belastungen ergeben. In der Kraftfahrzeugtechnik werde der Preisdruck wegen des Verdrängungswettbewerbs anhalten und das Wachstum des größten Bosch-Geschäftsbereichs begrenzen. Der Konzernumsatz werde 2006 um fünf Prozent zulegen. Für das Jahr 2007 sei Bosch wieder zuversichtlich, auch unter den erschwerten Bedingungen einen befriedigenden Ertrag zu erreichen.

Mit der Umsatzentwicklung im ersten Quartal zeigte sich das Unternehmen zufrieden. „Der Umsatz war erfreulich“, sagte Bosch-Chef Franz Fehrenbach. Die Erlöse hätten um zehn Prozent zugelegt. Allerdings habe das erste Quartal drei Arbeitstage mehr gehabt als der Vorjahreszeitraum, erläuterte er. Das Unternehmen setzt im laufenden Jahr neben der Belebung der Automobilkonjunktur vor allem auch auf die Bereiche, Industrietechnik, Gebrauchsgüter und Gebäudetechnik. Fehrenbach warnte aber vor allzu hohen Erwartungen. „Insgesamt hält der scharfe Wettbewerbs- und Preisdruck an, bei weiter steigenden Belastungen von der Rohstoffseite.“

Gespräche mit dem insolventen US-Konkurrenten Delphi über einen Kauf von Unternehmensteilen führt Bosch Fehrenbach zufolge nicht. „Das würde derzeit keinen Sinn machen“, sagte der Bosch-Chef. Delphi sei zunächst mit seiner Sanierung beschäftigt.

Nach der erstmaligen Bilanzierung nach dem Standard IFRS setzte Bosch 2005 mit 41,461 Mrd. Euro 6,4 Prozent mehr als 2004 um. Bei einem größtenteils durch das Finanzergebnis nach oben getriebenen Vorsteuergewinn von 3,2 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,7 Mrd. Euro) stieg die Umsatzrendite auf 7,7 Prozent und lag damit über der angepeilten Marke von sieben Prozent. Die im Stiftungsbesitz befindliche Bosch-Gruppe strebt an, diese Mindestmarke nachhaltig zu erwirtschaften, um das Wachstum aus eigener Kraft finanzieren zu können.

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