Delphi-Pleite reißt Autobauer tiefer in die Krise
Insolvenzgefahr erhöht Druck auf GM-Chef

Die Luft Rick Wagoner wird dünner. Die Pleite des Autozulieferers Delphi hat den weltgrößten Autokonzern General Motors (GM) tiefer in die Krise gerissen – gelingt es dem Vorstandschef nicht bald, die Reißleine zu ziehen, könnte nach Meinung von Experten auch GM die Insolvenz drohen.

hz/je/mm NEW YORK. Die Investoren hoffen, dass der angeschlagene Riese Anfang kommender Woche bei der Vorlage seiner Quartalszahlen weitere drastische Sanierungsschritte verkünden wird. Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) schätzt derzeit die Chancen als hoch ein, dass der weltgrößte Autohersteller seine profitable Finanzsparte GMAC zumindest teilweise abspaltet, um die Belastungen aufzufangen.

Delphi beantragte am Wochenende Gläubigerschutz. Die Aktie des Zulieferers ist inzwischen zum Fall für spekulative Hedge-Fonds geworden. Der in New Jersey beheimatete Fonds Appaloosa Partner hat 9,3 Prozent der Anteile erworben und ist damit zum zweitgrößten Aktionär von Delphi geworden. Das geht aus Unterlagen der Wertpapieraufsicht SEC hervor. Appaloosa ist auf Investitionen in Unternehmen mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten spezialisiert. Geleitet wird der Fonds von David Tepper, dem ehemaligen Chef des Handels mit Hochzinsanleihen bei Goldman Sachs. Tepper gilt als einer der erfolgreichsten US-Hedge-Fonds-Manager.

Auf die ehemalige Muttergesellschaft GM könnten durch die Delphi-Pleite nun zusätzliche Kosten von bis zu elf Mrd. Dollar zukommen – der Konzern hatte sich bei der Entflechtung 1999 verpflichtet, im Konkursfall die Pensions- und Krankenkassenverpflichtungen für die meisten Delphi-Mitarbeiter zu übernehmen. Dabei schreibt GM bei schwindenden Marktanteilen und einem harten Preiskampf im US-Autogeschäft selbst hohe Verluste. Der Konzern will deshalb 25 000 Arbeitsplätze in den USA abbauen.

Die Bank of America sieht die Wahrscheinlichkeit, dass auch GM Gläubigerschutz anmelden wird, inzwischen bei 30 Prozent; bislang war sie von zehn Prozent ausgegangen. Auch Delphi-Chef Robert S. Miller erwartet einen Gang vor den Konkursrichter, wenn es Wagoner nicht gelingt, mit den Gewerkschaften spätestens in der nächsten Tarifrunde 2007 massive Zugeständnisse auszuhandeln.

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