Dem Zulieferer droht die Zerschlagung
Borg-Warner will Mehrheit an Beru übernehmen

Der auf Dieseltechnik spezialisierte schwäbische Autozulieferer Beru steht kurz vor dem mehrheitlichen Verkauf an den US-Konkurrenten BorgWarner.

HB FRANKFURT. Die Borg-Warner Germany GmbH habe sich durch einen Kaufvertrag mit Beru-Großaktionären und einen Kaufoptionsvertrag bereits den Zugriff auf mehr als 63 Prozent der Beru-Aktien gesichert, teilte die in Heidelberg ansässige BorgWarner Germany GmbH am Montag mit. Den Aktionären der Ludwigsburger Beru werde je Stückaktie 67,50 Euro angeboten. Die im Nebenwerteindex MDax notierte Beru-Aktie war am Freitag bei 60,07 Euro aus dem Handel gegangen.

In der vergangenen Woche hatte es in Branchenkreisen geheißen, der Finanzinvestor Carlyle, der seit längerem den Ausstieg aus seiner 37-Prozent-Beteiligung an Beru sucht, und die Familie Birkel mit 23 Prozent der Anteile, seien offenbar zum Verkauf für 60 Euro je Aktie oder knapp darunter bereit.

Damit drohe dem Ludwigsburger Unternehmen die Zerschlagung, da die US-Amerikaner nur am Dieseltechnik-Geschäft interessiert seien, das rund die Hälfte des Beru-Konzernumsatzes ausmacht. Beru beschäftigte Ende März rund 2700 Mitarbeiter und hat sich in den vergangenen Jahren neben dem Zünd- und Glühkerzengeschäft neue Geschäftsfelder erschlossen, etwa Zuheizgeräte für Dieselautos oder Reifendruck-Kontrollsysteme.

Der Autozulieferer Borg-Warner, der unter anderem Turbolader herstellt, hatte erst im September großes Interesse am Zukäufen im rasch wachsenden Diesel-Geschäft bekräftigt. „Eine neuartige Technologie oder Akquisition, die diese Diesel-Wachstumsraten beschleunigt, wäre etwas, was wir in Betracht ziehen würden“, sagte Borg-Warner-Chef Tim Manganello. Es sei nur eine Frage der Zeit, dass der Dieselmotor in die USA komme, fügte er hinzu. fro/fun

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