Demag Cranes
Terex-Chef will keinen Bieterwettstreit

Die feindliche Offerte liegt seit Mai auf dem Tisch und Demag hat sich bislang weder dafür noch dagegen ausgesprochen. Der Terex-Chef findet, dass sein Angebot unschlagbar ist. Kommt eine Gegenofferte, steigt er aus.
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New YorkDer Chef des US-Konzerns Terex glaubt den Erwartungen der Börse zum Trotz nicht an ein Gegengebot für den Kranhersteller Demag Cranes. "Es gibt die Erwartung, dass es auf diesem Kursniveau alternative Bieter geben könnte", sagte Vorstandschef Ron DeFeo auf einer Investorenkonferenz. "Das sehen wir anders." Wenn es überraschend doch dazu käme, werde sich Terex jedenfalls nicht auf einen Bieterwettstreit einlassen.

"Das wäre eine falsche Annahme", betonte DeFeo. "Wir haben uns das sehr genau überlegt und verfolgen die Firma schon seit einiger Zeit." Das vorliegende Angebot von Terex über 41,75 Euro je Aktie - insgesamt 884 Millionen Euro - sei fair und spiegle den Wert des Düsseldorfer Konzerns in vollem Umfang wider, sagte DeFeo. Terex habe sich auch mit möglichen rivalisierenden Bietern befasst, doch hätten sie alle "das eine oder andere Risiko", das eine Offerte verhindern würde. An der Börse lagen Demag-Aktien am Montag bei 47 Euro.

Spekuliert wird vor allem über eine mögliche Offerte des finnischen Terex- und Demag-Rivalen Konecranes. Die Finnen hatten schon im vergangenen Jahr wie Terex Interesse an Demag gezeigt. Konecranes-Chef Pekka Lundmark hatte zuletzt im Reuters-Interview einer Konsolidierung der fragmentierten Branche angesichts des Drucks von Lieferanten und Kunden das Wort geredet. Ein Arbeitnehmervertreter im Demag-Aufsichtsrat hatte ebenfalls auf eine Gegenofferte von Konecranes getippt. Diese würde aber seiner Ansicht nach die meisten Standorte und Arbeitsplätze bei Demag gefährden.

Das Demag-Management hat sich bisher weder für noch gegen die Offerte von Terex ausgesprochen. Der Vorstand um Aloysius Rauen war vor zwei Wochen aber von dem Angebot überrascht worden.

"Terex-Offerte ist unzureichend"

Beim Großaktionär Cevian stößt Terex mit seiner Übernahmeofferte auf Ablehnung. Cevian ist unzufrieden mit der Offerte und hatte die gebotenen 41,75 Euro als unzureichend zurückgewiesen. Es spiegle in keiner Weise das Wertpotential des Unternehmens wider, hatte Gründer und Partner Lars Förberg Reuters gesagt. Der Hedgefonds hält rund zehn Prozent an Demag. Cevian war vor einem Jahr bei Demag eingestiegen, als der Konzern noch mit den Folgen der Wirtschaftskrise rang. Damals notierte der im Nebenwertindex MDax enthaltene Titel noch bei rund 20 Euro. Der als kritisch geltende Investor begründete sein Engagement bei den Düsseldorfern damit, von der Technologieführerschaft des Konzerns überzeugt zu sein und den Kurs des Managements stützen zu wollen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Demag Cranes: Terex-Chef will keinen Bieterwettstreit"

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  • Interessant wäre mal ein Beitrag, in dem die Historie dieser Firma mal im Ganzen dargestellt wird.

    dann würde transparent, dass es bereits mehrmals solche transaktionen durch irgendwelche Monopoly-Spieler-Firmen und -manager gegeben hat, jedesmal mit einer enormen werte-, knowhow- und Motivations-Vernichtung!

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