Demag
Führung nimmt Abwehrkampf auf

Der Übernahmepoker um den Kranhersteller Demag Cranes spitzt sich weiter zu. Die Vorstandschefs wollen das Unternehmen durch Akquisitionen stärken und die internationale Präsenz ausbauen. Inzwischen steht bei dem Düsseldorfer Unternehmen aber selbst eine feindliche Offerte im Raum.
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FRANKFURT. Der Kranhersteller Demag Cranes stemmt sich gegen eine drohende Übernahme. In den kommenden Wochen wolle die Führung des Düsseldorfer Unternehmens intensiv bei Investoren für die eigene Strategie werben, hieß es im Umfeld des Konzerns.

Vorstandschef Aloysius Rauen und Finanzvorstand Rainer Beaujean wollen Demag Cranes eigenständig weiterentwickeln und dazu die Präsenz der Gesellschaft vor allem in schnell wachsenden Märkten wie Indien und China stärken. Dazu setzen sie auch auf Akquisitionen.

Zunächst steht Demag Cranes aber selbst im Zentrum eines Übernahmekampfes. Mit der finnischen Konecranes und Terex aus den Vereinigten Staaten haben sich gleich zwei Unternehmen in Stellung gebracht. Während Konecranes seine Übernahmepläne bereits auf den Tisch gelegt hat, feilen die Amerikaner noch daran. Unterstützt werden sie dabei von der Investmentbank Goldman Sachs, die bis zum Börsengang von Demag Cranes im Jahr 2006 zu den Eigentümern des Unternehmens zählte.

In dieser Woche werde keine Entscheidung fallen, sagte ein Beteiligter. Terex und seine Berater hätten noch nicht entschieden, ob sie tätig werden wollten. Beim aktuellen Kursanstieg sei dies auf alle Fälle eher unwahrscheinlich. Die Aktie von Demag Cranes hat seit Bekanntwerden der Übernahmepläne um rund 40 Prozent an Wert gewonnen. Gestern kletterte der Titel auf über 37 Euro.

Signale an das Management

Inzwischen haben sich eine Reihe von Hedge-Fonds in den Aktionärskreis eingekauft. Es würden nun Signale an das Management ausgesendet, sich mit den Interessen auseinanderzusetzen, hieß es in Kreisen dieser Investoren.

Bislang lehnen Rauen und Beaujean dies ab. Eine freundliche Übernahme wird damit nach Angaben aus Finanzkreisen immer unwahrscheinlicher. Sollte sich Terex entscheiden loszulegen, dann werde die Offerte feindlich sein, sagte ein Beteiligter. Denn es sei nicht absehbar, dass Demag Cranes für eine wie auch immer geartete Partnerschaft bereit sei. In Medienberichten war spekuliert worden, dass Terex über eine Minderheitsbeteiligung eine Kooperation mit Demag Cranes eingehen könnte.

Entscheidend wird sein wie sich Cevian Capital positioniert. Der skandinavische Finanzinvestor, mit zehn Prozent größter Demag-Aktionär, schweigt sich über seine Absicht aus. Laut Finanzkreisen hat sich Cevian vor dem Einstieg intensiv mit der Branche beschäftigt. Die Frage war: Wie könne man von der Konsolidierung der Kranbranche profitieren, sagte ein Beteiligter.

Hans G. Nagl
Hans G. Nagl
Handelsblatt / Senior Financial Correspondent

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