Dementi des neuen Aufsichtsratsvorsitzenden
Cromme: Kein Umbau des Siemens-Vorstandes geplant

Der neue Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme will den Siemens-Vorstand vorerst nicht in großen Stil umbauen und an den bisherigen Strukturen im Wesentlichen festhalten. Cromme nimmt in einem Schreiben an seine Kollegen im Aufsichtsrat Stellung zu jüngsten Spekulationen über einen Umbau der Siemens-Führung.

HB DÜSSELDORF. Der neue Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme hat Spekulationen über eine neue Struktur im Vorstand des Technologiekonzerns zurückgewiesen. „Diese Berichte entsprechen in keiner Weise den Tatsachen. Berichte über angebliche Überlegungen hinsichtlich der Struktur des Siemens-Vorstandes sind ebenso falsch wie Spekulationen über geheime Absprachen zwischen Herrn Huber und mir hinsichtlich der Bestellung des Personalvorstandes“, schrieb Cromme in einem Brief an den Aufsichtsrat, der dem Handelsblatt vorliegt vorliegt.

Zuvor hatte es Berichte gegeben, der IG-Metall-Vizechef Berhold Huber und Cromme hätten sich auf den Gewerkschafter und früheren SPD-Geschäftsführer Karlheinz Blessing als neuen Personalchef verständigt. „Herr Huber hat mich ausdrücklich ermächtigt, dies auch in seinem Namen richtig zu stellen“, schrieb Cromme weiter. „Auch die Namen möglicher Kandidaten für den Vorstandsvorsitz sind frei erfunden“, ließ Cromme seine Aufsichtsratskollegen wissen. IG-Metall-Vize Huber sitzt ebenfalls im Aufsichtsrat der Siemens AG. Cromme widersprach damit Vermutungen, dass er sich mit der Arbeitnehmerseite bereits auf einen groß angelegten Umbau der Konzernführung verständigt habe.

Spekulationen gibt es über die künftige Gestalt der Siemens-Führung. Demnach könnte der heutige Zentralvorstand drastisch von zehn auf drei Köpfe verkleinert werden. Damit würden die Chefs der verschiedenen Siemens-Sparten - von der Medizin-, Verkehrs- bin hin zur Automatisierungstechnik - deutlich an Macht und Einfluss gewinnen. Der Zentralvorstand ist das historisch gewachsene Führungsgremium von Siemens, das es in dieser Form in anderen Unternehmen nicht gibt.

Siemens-Konzernchef Klaus Kleinfeld hatte vor zwei Wochen angekündigt, dass er seinen im Herbst auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird. Aus dem Aufsichtsrat waren zuvor Signale gekommen, dass Kleinfeld auch keinen neuen Vertrag bekommen hätte. Beim Münchener Konzern ist die Sorge groß, dass Kleinfeld vielleicht doch eine indirekte Beteiligung an den Korruptionsskandalen vorgehalten werden könnte. Insbesondere die amerikanische Börsenaufsicht SEC ermittelt gegen den Siemens-Konzern.

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