Den USA brechen die Pfeiler der Wirtschaft weg
Skepsis vor dem Start der Berichtssaison

Am späten Dienstagabend legt Alcoa seine Quartalszahlen vor und eröffnet damit die Berichtssaison. Viele Anleger befürchten mickrige Zahlen – nicht nur bei Alcoa, sondern bei vielen US-Firmen. Die Sorge, dass die Finanzkrise bis in die letzten Winkel der US-Wirtschaft vorstößt, werden Tag für Tag größer.

NEW YORK. Die Wall Street steht in Flammen, doch "Corporate America" wehrt sich noch tapfer gegen die drohende Rezession in der größten Volkswirtschaft der Welt. Stimmen die Prognosen der Analysten, die beim Finanzdatenanbieter Thomson Reuters zusammenlaufen, wird sich das Gewinnminus der US-Konzerne im maßgeblichen Börsenindex S&P 500 im Gesamtjahr 2008 mit 4,8 Prozent angesichts der schweren Finanzkrise im Rahmen halten.

Zwar stecken neben dem Bankensektor einige Schlüsselindustrien tief in der Krise. Betroffen sind vor allem der Bau und Verkehr. Doch auf der anderen Seite stehen Stützpfeiler wie die Energiebranche mit ihrem Anführer Exxon Mobil, der IT-Sektor mit Microsoft, Google & Co. sowie die Konsumgüterindustrie. Deren Ikonen Procter & Gamble, Coca-Cola und McDonalds machen nach wie vor im Ausland gute Gewinne. Wie lange sie das Dilemma der wachsenden Zahl an Krisenbranchen in den USA noch ausgleichen können, ist allerdings die bange Frage.

Befürchtungen, dass die Finanzkrise bis in die letzten Winkel der US-Wirtschaft vorstößt, werden Tag für Tag größer. Zwar hat mit dem Industrie- und Finanz-Konglomerat General Electric (GE) bisher nur eine prominente Großadresse vor einem schwachen dritten Quartal gewarnt und die Gewinnschätzungen für das Geschäftsjahr 2008 reduziert. Analysten vermuten jedoch, dass in den nächsten Tagen zahlreiche weitere Unternehmen ihre Prognosen kassieren müssen.

Schon der heutige Quartalsbericht des Aluminiumkonzerns Alcoa dürfte Signalwirkung haben. Große Industriefirmen wie die von Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld angeführte Alcoa werden an der Börse seit Wochen abgestraft, weil Investoren im Zuge der sich abschwächenden Weltkonjunktur ein jähes Ende des jahrelangen Booms erwarten. Alcoa-Aktien brachen seit September um 40 Prozent ein.

Neben der Finanzkrise belastet viele Konzerne das Wiedererstarken des Dollars. Ein schwacher "Greenback" hat im ersten Halbjahr noch geholfen, die Profite im Exportgeschäft zu steigern. Doch seit einigen Wochen dreht der Trend. Der Dollar gewann in zwei Monaten 15 Prozent an Wert. Das schmälert die Exportchancen vor allem im Wettbewerb mit den Europäern.

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