Der Absatz von Benzin geht in diesem Jahr stärker zurück als erwartet
Die Deutschen tanken nicht mehr voll

Hohe Rohölpreise und verunsicherte Verbraucher heizen den Wettbewerb im deutschen Tankstellengeschäft an. „Für unsere Mitglieder wird das ein schweres Jahr“, sagt Jürgen Ziegner, Geschäftsführer des Zentralverbands Tankstellengewerbe (ZTG), in dem rund ein Drittel der gut 15 000 Tankstellenbetriebe Deutschlands mit mehr als 40 000 Beschäftigten organisiert sind.

DÜSSELDORF. Marktdaten von Shell Deutschland sprechen eine deutliche Sprache: Im zweiten Quartal des Jahres ging der Benzinkonsum im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 Prozent zurück. Der Juli liegt mit einem Minus von vier Prozent im Trend. „Das ist stramm“, sagt ein Unternehmenssprecher. Auch das generell starke Dieselgeschäft lief nicht gut: Nach einem leichten Zuwachs im zweiten Quartal von zwei Prozent registrieren die Shell-Statistiker im Juli sogar ein Minus von 2,2 Prozent im Vorjahresvergleich.

Seit dem Jahr 2000 tanken die Deutschen kontinuierlich weniger Benzin und dafür mehr Diesel, doch die aktuelle Entwicklung bereitet der Branche Sorgen: „Wir befinden uns in einer schwierigen Situation“, sagt auch Sigrid Pook, Geschäftsführerin beim Bundesverband Tankstellen und gewerbliche Autowäsche (BTG).

Ein ganzes Bündel von Gründen ist dafür verantwortlich: „Die Verbraucher sind durch die Schwankungen der Benzinpreise stark verunsichert“, sagt Pook. Sie tanken deshalb nur noch für kleine Beträge. Die Folge für die Tankstellenbetreiber sind „mehr Arbeit und weniger Umsatz“, sagt Pook. Wenn die Kunden können, fahren sie ins billigere Ausland. Nach Angaben von BP nehmen sie dafür sogar Fahrstrecken bis zu 50 Kilometer in Kauf.

Nicht nur die Privaten fliehen vor den hohen Benzinpreisen: Auch die gewerblichen Konsumenten machen einen Bogen um das Hochpreisland Deutschland, dem viertgrößten Mineralölmarkt der Welt. Die LKW-Konstrukteure kommen dem entgegen. In einem Zug von Luxemburg nach Polen: Die neue LKW-Generation wird bis zu 1 600 Liter große Tanks haben.

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