Der amerikanische Technologiekonzern schließt bislang größte Übernahme ab
GE will mit Amersham die Medizin revolutionieren

Mit der milliardenschweren Übernahme des britischen Diagnostikspezialisten Amersham geht die Medizintechniksparte des US-Mischkonzerns General Electric (GE) neue Wege. Das bislang vor allem für riesige Computertomographen bekannte Unternehmen will mit den neuen Kollegen in die Miniaturwelt der molekularen Medizin eintauchen.

LONDON/FRANKFURT. Amersham liefert nicht nur Kontrastmittel, mit deren Hilfe die bildgebenden Geräte von GE oder Siemens, Philips und Toshiba die inneren Organe sichtbar machen. Darüber hinaus stellt es auch Zubehör für die Gen-Sequenzierung und die Aufreinigung von Proteinen her. Als spannendstes Projekt gilt aber die Entwicklung so genannter Biomarker, pharmazeutischer Substanzen, die eine Früherkennung schwerwiegender Krankheiten ermöglichen.

In der Konzernzentrale der Berliner Schering AG, deren Diagnostiksparte mit Amersham konkurriert, erwartet man daher keinen Einbruch im Geschäft mit Kontrastmitteln. „Bei diesem Zusammenschluss geht es offenbar nicht darum, Geräte und Diagnostika gemeinsam zu vermarkten“, sagt ein Schering-Sprecher. Für GE handele es sich offenbar eher um eine strategische Akquisition, die langfristig die Entwicklung innovativer Geräte vorantreiben solle.

Tatsächlich machte GE-Chef Jeff Immelt schon kurz nach seinem Amtsantritt vor drei Jahren klar, dass er die Medizintechniksparte des Mischkonzerns als Wachstumstreiber nutzen will. Der 48-jährige Manager übernahm bereits 2003 für rund 1,75 Mrd. Euro den finnischen Medizintechnikhersteller Instrumentarium. Er gilt als ein führender Hersteller medizinischer Monitore, eine entscheidende Komponente bei der Entwicklung neuer bildgebender Verfahren.

Die neue Konzernsparte erreicht pro forma einen Jahresumsatz von 14 Mrd. $. Obwohl Amersham dazu noch nicht einmal ein Viertel beiträgt, gilt das britische Unternehmen bei GE keineswegs als Juniorpartner. An die Spitze der Sparte ist Amersham-Chef William Castell gerückt – eine ungewöhnliche Entscheidung für den Traditionskonzern GE, der seine Führungskräfte normalerweise nur aus den eigenen Reihen rekrutiert.

Zudem wird es beim Standort Amersham im Nordwesten Londons bleiben. Entsprechend selbstbewusst gibt sich das für GE-Aktien im Wert von mehr als 10 Mrd. $ aufgekaufte Unternehmen: Der Standort, der dem britischen Medizintechnikspezialisten den Namen gab, soll ein wichtiger Platz auf der Branchen-Landkarte bleiben.

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