Der Autokonzern will Risiken für Rückrufaktionen an die Mittelständler delegieren
Ford will seine Zulieferer stärker in die Haftung nehmen

In der Auseinandersetzung zwischen dem zweitgrößten Automobilhersteller der Welt, der Ford Motor Co., und seinen Zulieferern um die Grundlagen der Zusammenarbeit bleiben die Fronten verhärtet.

hof FRANKFURT/M. Einige Zulieferer werfen Ford vor, der Konzern wolle sie in „Knebelverträge“ zwingen. Weder ein Vermittlungsversuch des Verbandes der Automobilindustrie VDA noch ein Treffen der globalen Zulieferer mit den Ford-Verantwortlichen, das kürzlich in den USA stattfand, führte bislang zu einer Einigung.

„Wir sind mit Ford weiter im Gespräch und setzen unsere Bemühungen fort“, ist das Einzige, was VDA-Präsident Bernd Gottschalk zu dem Streit sagt. Vom Unternehmen selbst wird die Auseinandersetzung heruntergespielt: „Die Situation hat aus unserer Sicht nichts krisenhaftes“, sagte ein Sprecher.

Dabei kommt Ford entgegen, dass die Zulieferer auf Grund des Abhängigkeitsverhältnisses zu keiner öffentlichen Kritik bereit sind. Doch im Hintergrund brodelt der Widerstand gegen die „Ford Production Purchasing Global Terms and Conditions“ (PPGTC) weiter. Nach Ford-Lesart klingt das anders: Die meisten Zulieferer hätten die Bedingungen akzeptiert, sagte ein Ford-Sprecher. Ziel der Vereinbarung sei „eine partnerschaftliche Verbesserung der Zusammenarbeit zum Wohle beider Seiten“, heißt es. „Unsere Türen stehen immer offen, wir sind zu Gesprächen immer bereit“, kommentiert der Chef der Kölner Ford-Werke AG, Bernhard Mattes, die offensichtliche Missstimmung.

In der Kritik der Zulieferer stehen vor allem die von Ford geforderten Haftungsregeln, wie aus Briefen von Zulieferern an die Verantwortlichen in der Dearborner Zentrale hervorgeht. So wollen sie nicht hinnehmen, dass sie sowohl für Fehler Dritter als auch für Teile haften sollen, die nach einem von Ford vorgegebenen Design oder nach einem von Ford vorbestimmten Prozess produziert worden seien. Die Haftung solle selbst dann gelten, so die Beschwerdeführer, wenn die Fehlerursache nicht abschließend geklärt sei.

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