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29.10.2007 

Nach der Gewinnwarnung von Conergy beeilte sich der Konkurrent Q-Cells seine bisherige Prognose für das Geschäftsjahr 2007 zu bekräftigen. Man sehe keine Probleme auf sich zukommen, sagte ein Unternehmenssprecher. Das Unternehmen aus Thalheim in Sachsen-Anhalt erwartet einen Anstieg des Umsatzes um 30 Prozent auf 800 Mill. Euro. Für das nächste Jahr peilt Q-Cells mindestens eine Mrd. Euro an und 2009 sollen es mindestens 1,4 Mrd. Euro werden. Auch das Ergebnis soll kräftig gesteigert werden.

Das 1999 gegründete Unternehmen, das im ersten Halbjahr 2001 mit 19 Personen die Produktion startete, hat sich auf die Fertigung von Solarzellen konzentriert und ist mit dieser Strategie bisher sehr gut gefahren. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen rund 1 300 Personen und hat sich zum nach der japanischen Sharp zweitgrößten Hersteller von Solarzellen der Welt hochgearbeitet.

Q-Cells hat seine Kapazität kontinuierlich erweitert. Ende Oktober hat das Unternehmen die fünften Produktionslinie in Betrieb genommen, die zwei Drittel der gesamten bisherigen Produktion abdeckt. Eine sechste Fertigungslinie ist bereits in Planung. Im ersten Halbjahr lag die Produktion um 42 Prozent über der gleichen Vorjahreszeit. Knapp 60 Prozent der Produkte gehen in den Export. Auch über Beteiligungen baut Q-Cells seinen internationalen Absatz aus. So hat das Unternehmen im Juli die Beteiligung an der im Silicon Valley ansässigen Solaria Corporation von 12,4 auf 33 Prozent erhöht. Q-Cells wird über zehn Jahre große Mengen Solarzellen an den amerikanischen Partner liefern.

Auch an den Herstellern von Wafern und Solarzellen EverQ und CSG hat sich das Unternehmen aus Ostdeutschland beteiligt und so zusätzliche Absatzpotenziale erschlossen. Am Freitag teilte Q-Cells mit, das Gemeinschaftsunternehmen EverQ demnächst an die Börse bringen zu wollen. Damit erhalte das Gemeinschaftsunternehmen mehr Unabhängigkeit von den Muttergesellschaften und einen eigenen Marktauftritt.

Im Gegensatz zu Conergy hat sich Q-Cells seine Rohstoffbasis langfristig gesichert. Das Unternehmen ist an dem großen Siliziumhersteller REC aus Norwegen beteiligt. Dadurch ist die Versorgung mit dem knappen Ausgangsstoff für die Solarzellen bis 2010 gesichert. Gleichzeitig profitiert Q-Cells von den hohen Gewinnen, die derzeit die Siliziumproduzenten einfahren. Im ersten Halbjahr steuerte die Beteiligung rund ein Sechstel des Q-Cells-Gewinn bei.

Mit dieser Strategie, sich auf die vorderen Wertschöpfungsstufen der Fertigung von Fotovoltaik-Anlagen zu konzentrieren, ist Q-Cells bisher sehr gut gefahren. Die Börse hat das Unternehmen mit rund sechs Mrd. Euro bewertet. Dies ist mehr als für den kleinsten Dax-30-Wert Tui. Trotzdem haben Analysten das Unternehmen bis vor kurzem noch für unterbewertet gehalten. Sie loben die langfristig gesicherte Versorgung mit Silizium, die Beteiligungen an zukunftsträchtigen Partnern und auch den Einstieg in die zukunftsträchtige Dünnschichttechnik.

Lesen Sie weiter auf Seite 4: Analysten-Liebling

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