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29.10.2007 

Auch die Aktien des Bonner Solarkonzerns Solarworld haben am Freitag unter dem von Conergy ausgelösten allgemeinen Druck auf die Solaraktien gelitten. Allerdings traf es Solarworld längst nicht so hart wie Conergy. Mit einem Rückgang von rund 3,5 Prozent ist Solarworld immer noch mit rund 4,7 Mrd. Euro bewertet – nicht schlecht für ein Unternehmen mit nur etwa 500 Mill. Euro Umsatz. „Wir liegen bei Umsatz und Gewinn voll auf Kurs“, sagte Gründer, Großaktionär und Vorstandsvorsitzender Frank Asbeck, um die Sorgen über eine allgemeine Branchenkrise zu zerstören. Am 5. November werde das Unternehmen „ordentliche“ Neunmonatszahlen vorlegen.

Solarworld ist einer der Lieblinge der Analysten, da das Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette der Fotovoltaik präsentiert: Von der Herstellung des Siliziums bis zur schlüsselfertigen Solaranlage haben die Rheinländer alles im Programm, direkt oder über Joint Venture oder Beteiligungen und Kooperationen. Anfang des Jahres ist Solarworld über zwei Joint Venture mit Degussa und Scheuten Solar direkt in die Siliziumproduktion eingestiegen.

Durch die Übernahme des überwiegenden Teils der Solaraktivitäten von Shell hat das Unternehmen vor allem seine Präsenz auf der Absatzseite in den USA kräftig ausgebaut und sieht sich dort als größter Anbieter von Fotovoltaik. In Kalifornien baut Solarworld die größte Fabrik für Solarmodule der USA und im US-Staat Oregon errichtet Solarworld die größte Wafer- und Solarzellenfabrik der USA. Allerdings haben die Aktivitäten in den USA noch nicht die Gewinnschwelle erreicht. Die Belastungen aus der Übernahme von Shell dürften dazu führen, dass Solarworld 2007 die Margen nicht steigern kann.

Inzwischen verfügt der Konzern über Standorte in Deutschland, Asien, Schweden, Spanien, Südafrika und den USA. Vor kurzem hat das Unternehmen den Bau einer Fabrik für Solarzellen und Module mit einem lokalen Partner in Südkorea angekündigt, die Ende des nächsten Jahres die Fertigung aufnehmen soll. Die Wafer für die Fabrik liefert Solarworld aus eigener Fertigung. Inzwischen erzielt Solarworld rund 60 Prozent seines Umsatzes im Ausland.

Doch auch am sächsischen Standort Freiberg baut Solarworld die Kapazitäten kräftig aus. Dort entsteht für 600 Mill. Euro eine weitere Fabrik mit rund 1 000 Beschäftigten, was die Kapazität der Waferproduktion von 2008 an verdoppeln wird.

Dass auch für Solarworld die Bäume nicht mehr in den Himmel wachsen, zeigte sich im Frühjahr bei der Bilanzpressekonferenz. Als Finanzchef Philipp Koecke für 2007 ein Wachstum von Umsatz und operativem Ergebnis von „nur“ 20 Prozent ankündigte, zeigten sich die Anleger ziemlich enttäuscht und die Aktie fiel gleich um fast vier Prozent. Denn im Vorjahr hatte es ein Plus von 45 Prozent beim Umsatz und eine Verdoppelung des Ergebnisses gegeben. Die Erwartungen sind bei den erreichten hohen Bewertungen hoch, da können auch geringe Zuwachsraten schnell zu Enttäuschungen bei Anlegern führen.

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