Der Brillenhersteller legt Börsenpläne auf Eis und will erst einmal profitabel werden
Rodenstock legt Börsenpläne auf Eis

Es weht ein frischer Wind bei dem Münchener Brillenhersteller Rodenstock. Ein Jahr nach dem Einstieg des Finanzinvestors Permira geht das Traditionsunternehmen wieder auf Wachstumskurs.

MÜNCHEN. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, versichert der neue Chef Giancarlo Galli dem Handelsblatt. Jetzt sei es an der Zeit, „in Deutschland, aber auch international stark zuzulegen“.

Galli hat die ins Schlingern geratene Familien-Firma in den zurückliegenden Monaten kräftig umgebaut und will nun die Früchte der Reorganisation ernten. Rodenstock sei jetzt wesentlich stärker auf die Kunden ausgerichtet als früher, sagte der Schweizer Manager. Das Unternehmen werde nun vom Vertrieb dominiert. Die Forschungsausgaben seien unter seiner Führung um die Hälfte gestiegen, so dass Rodenstock künftig jedes Jahr drei wegweisende Innovationen auf den Markt bringen könne.

Galli ist nach 125 Jahren der erste Chef des Traditionshauses, der nicht aus der Familie stammt. Vergangenen Herbst hatte Familienoberhaupt Randolf Rodenstock die Führung abgegeben. Ihm war es nicht gelungen, Deutschlands Marktführer bei Brillengläsern für die Zukunft fit zu machen. Dreimal rutsche Rodenstock in die roten Zahlen, zuletzt 2001 mit einem Minus von 19 Mill. Euro bei einem Umsatz von 422 Mill. Euro.

In den vergangenen drei Jahren gelang nur mit Mühe die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Unter Galli soll das Unternehmen deutlich profitabler werden: „Jeder Bereich und jede Landesorganisation muss operativ schwarze Zahlen schreiben, es gibt keine Quersubventionierungen mehr.“

Rodenstock muss sich auf einem schwer umkämpften Markt behaupten. So kletterte der Umsatz der deutschen Optiker vergangenes Jahr zwar um rund zwölf Prozent auf 4,44 Mrd. Euro. Auslöser des Booms war aber lediglich die Ankündigung der Krankenkassen, zum ersten Januar 2004 die Zuzahlungen für Sehhilfen zu streichen.

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