Trotz der vielversprechenden Zahlen sieht die Ministerin auch Defizite in Deutschland. „Insgesamt sind wir relativ spät gestartet bei der Frage, wie integrieren wir die Familie im Raum einer ganz realen Arbeitswelt“, sagte die CDU-Politikerin. Frankreich, die Beneluxländer, Großbritannien oder die skandinavischen Länder seien dabei fortschrittlicher gewesen. „Wir holen aber mit einer hohen Dynamik auf“, so von der Leyen.
Arbeitgeberchef Dieter Hundt sagte, angesichts des jetzt bereits spürbaren Fachkräftemangels werde es für die Unternehmen immer wichtiger, „Know-how und die Erfahrung der Beschäftigten im Betrieb zu halten“.
Bei der betrieblichen Kinderbetreuung sieht von der Leyen dagegen noch erhebliche Defizite. „Viele Unternehmen machen noch nicht mit“, sagte sie dem Sender n-tv. Die Bundesregierung wolle deshalb diejenigen Unternehmen, die betriebliche Kinderbetreuung anbieten oder planen, mit Mitteln aus dem europäischen Sozialfonds von 2008 an fördern. Arbeitgeberpräsident Hundt verteidigte die Zahl der Betriebskindergärten. Kinderbetreuung sei primär eine gesamtstaatliche Aufgabe. Unternehmen könnten nur in dem Umfang aktiv werden, soweit es wirtschaftlich vertretbar sei, so Hundt. Dies erklärt auch die Tatsache, dass die Zahl familienfreundlicher Angebote in größeren Betrieben höher ist als in Unternehmen mit nur wenigen Arbeitnehmern.

