Der Colt Plus soll das Überleben des japanischen Autobauers sichern
Mitsubishis letzte Patrone

Lässig legt Mitsubishi Motors Präsident Hideyasu Tagaya seinen Arm auf die Kühlerhaube des silberfarbenen Kleinwagens und posiert für die Fotografen. Zuversichtlich will er aussehen, denn mit dem Colt Plus, dem ersten neuen Modell seit rund anderthalb Jahren will der fünftgrößte japanische Autobauer, an dem Daimler- Chrysler noch mehr als 20 Prozent hält, erste Schritte heraus aus seiner Firmenkrise machen.

TOKIO. Aus der Krise einer milliardenschweren Rettungsaktion, den strategischen Rückzug des Haupteigners Daimler-Chrysler und nicht zuletzt aus der Krise der über Jahre vertuschten Qualitätsmängel, die das Vertrauen der Konsumenten vor allem in Japan tief verletzte. Seit gestern nun ist der Colt Plus in Japan zu kaufen – und wird zeigen, ob Mitsubishi Motors (MMC) überhaupt noch eine Chance am Markt hat.

Ein richtig neues Auto ist der Colt Plus nicht, vielmehr eine im Design veränderte, größere Variante des bekannten Kleinwagens Colt, der auf einer gemeinsamen Plattform mit dem viertürigen Smart gebaut wird. Ein bisschen mehr Gepäckraum, ein bisschen sportlicher und ein bisschen teurer soll sich der Colt Plus nun zusätzlich zum Colt 2000 Mal im Monat in Japan verkaufen. Für den ebenfalls leicht veränderten Colt sollen sich ebenfalls 2000 Käufer im Monat finden.

„Wir sehen Zeichen der Erholung“, sagte Tagaya. Nachdem die Käuferzahlen im Juli ihren Tiefpunkt erreicht hätten, sei jetzt langsam wieder Besserung in Sicht. „Und wir hoffen, mit dem Colt Plus einen weiteren Schritt nach vorne zu kommen.“ Andere Hersteller haben weit mehr neue Modelle auf den Markt gebracht, doch helfen sollte MMC, dass mit dem Start der Modellvariante erstmals wieder Werbung in Zeitungen und Fernsehkanälen geschaltet wird.

Der Sanierungsplan vom Mai sieht vor, dass die Verkäufe ab Oktober „nur“ noch um 40 Prozent zum Vorjahr einbrechen sollen statt bisher um 50 Prozent. In Japan liege MMC über Plan – und dass obwohl sich der Start des Colt Plus um fast einen Monat verzögerte: Das Verkehrsministerium musste davon überzeugt werden, dass sich in dem Auto kein defektes Teil versteckt.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland
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