Der designierte Konzernchef Dehecq setzt auf aggressives Marketing
Sanofi-Aventis soll wieder mehr selbst forschen

Über eine Neuordnung der Forschung und aggressives Marketing will Sanofi-Chef Jean-François Dehecq den neuen Pharmakonzern Sanofi-Aventis voranbringen. Dehecq beharrt darauf, dass der neue Konzern nicht auf drastischen Personalabbau angewiesen sei, um die geplanten Kostenvorteile ausschöpfen zu können. „Es gibt sehr viele Möglichkeiten, die Kosten zu senken“, sagte er gestern im Gespräch mit dem Handelsblatt.

PARIS. Sanofi-Synthélabo hatte vergangene Woche den Übernahmekampf gegen Novartis um den französisch- deutschen Konkurrenten Aventis gewonnen – allerdings erst, nachdem Sanofi den Preis um 7 Mrd. Euro auf über 55 Mrd. Euro aufgestockt hatte. Die bisherigen Planungen seien durch die Aufstockung nicht in Frage gestellt, stellte Dehecq klar. Man habe letztlich damit gerechnet. „Die 1,6 Milliarden Euro Synergien sind leicht zu schaffen“, gab sich der künftige Chef von Sanofi-Aventis überzeugt.

Viele Analysten trauen dem neuen Konzern Wachstumsraten im hohen einstelligen Bereich zu – das wäre knapp über dem Gesamtmarkt, der derzeit währungsbereinigt etwa um 8 % zulegt. Dehecq selbst hofft darauf, zweistellige Wachstumsraten zu erreichen. Auf jeden Fall soll Sanofi-Aventis aber stärker als der Markt zulegen. Noch vor dem für Ende Juni erwarteten Abschluss der Transaktion will Dehecq das neue achtköpfige Management präsentieren, mit dem er dieses Ziel erreichen will.

Nicht zuletzt der deutlich erhöhte Baranteil der Offerte hat bei Arbeitnehmern und Gewerkschaften Befürchtungen ausgelöst, dass die Fusion zu einem starken Arbeitsplatzabbau führen könnte. Dehecq müht sich intensiv, diese Debatte zu entschärfen: „Ich sage nicht, dass sich die Zahl der Stellen in verschiedenen Bereichen nicht verringern wird. Aber wer Synergien nur durch Kostensenkungen erreichen will, ist auf dem besten Wege, die Leute zu frustrieren.“

Ein zentrales Element zur Verbesserung der Kostenstruktur sieht Dehecq darin, den Umfang der Kooperationen zu verringern. Denn: „Der bisherige Erfolg von Sanofi ist stark geprägt durch die Internalisierung von Aktivitäten.“

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