Der Einstieg des US-Investors Wyser-Pratte beflügelt den Aktienkurs
Für IWKA beginnt eine neue Zeit

Eines hat Guy Wyser-Pratte bereits erreicht: Die IWKA-Aktie ist steil in die Höhe geschossen. In den vergangenen Monaten dümpelte der Kurs des im M-Dax notierten Maschinenbauwertes bei Kursen zwischen 10 und 12 Euro und geringen Umsätzen vor sich hin. Seit vergangenen Mittwoch ist der Kurs auf über 16 Euro geklettert und hält sich dort bei hohen Umsätzen.

DÜSSELDORF. Am vergangenen Dienstag hatte der amerikanische Investor die Finanzwelt überrascht und eine Beteiligung von knapp über fünf Prozent an der Karlsruher IWKA angekündigt. Er hatte in den vergangenen Monaten still und heimlich über die Börse gekauft und präsentierte sich nun der staunenden Öffentlichkeit als neuer Großaktionär. Über seine weiteren Ziele hat der als „Raider“ verschrieene Amerikaner bisher nichts verlauten lassen. „Wir haben keine Eile“, sagt sein deutscher Partner Markus Elsässer auf Anfrage. „Demnächst werden wir den Kontakt aufnehmen und dann sagen, ob wir das Management unterstützen.“

Nach dieser Methode geht der ehemalige Marine-Offizier Wyser- Pratte immer vor. Er durchsucht Börsen nach unterbewerteten Aktien, kauft unbemerkt kleine Pakete zusammen, präsentiert diese dann mit lautem PR-Wirbel der Öffentlichkeit verbunden mit der Forderung an das Management, den Börsenwert des Unternehmens zu steigern, und steigt später mit einem schönen Gewinn wieder aus. Nach diesem Muster hat der Investmentbanker bereits Beteiligungen an über 40 Firmen erworben – nicht immer mit dem erwünschten Erfolg.

Spektakulär verlief das Engagement des in Frankreich geborenen Wyser-Pratte bei der Düsseldorfer Rheinmetall AG. Er hatte sich im Februar 2001 ein Paket von rund 7 % der Aktien besorgt und drängte den Vorstand öffentlich zu Kursänderungen. Der stets zu Konflikten bereite Amerikaner wollte Rheinmetall auf die Wehrtechnik konzentrieren. Doch damit stieß er auf den entschiedenen Widerstand des Vorstands und vor allem der Familie Röchling als Mehrheitsaktionär. Schließlich drängten die Röchlings Wyser-Pratte nach acht Monaten wieder aus dem Konzern. Er machte Kasse und strich einen Gewinn von geschätzt 15 Mill. DM ein. Der Kurs der Aktie hatte sich in dieser Zeit fast verdoppelt.

Weniger Glück hatte der US-Investor bei seinen Engagements bei Babcock und Mobilcom. Bei Babcock geriet er mit in die Insolvenz und klagt noch heute gegen den früheren Vorstand. Auch die Beteiligung an Mobilcom entwickelte sich nicht nach Wunsch. Nach Börsenspekulationen hat der Firmenjäger bei diesen beiden Beteiligungen so viel Geld verloren, wie er vorher bei Rheinmetall gewonnen hatte.

Bei IWKA stehen die Chancen für Wyser-Pratte bisher besser. Die Karlsruher Holding von knapp 100 Unternehmen des Anlagen- und Maschinenbaus hat keinen Großaktionär, der sich den Interessen des Amerikaners wie bei Rheinmetall widersetzen könnte. Bisher hält lediglich der britische Aktienfonds Hermes eine Beteiligung von knapp über 5 %, ist aber nicht aktiv in der Öffentlichkeit aufgetreten. Mit seinem Paket von über 5 % hätte der Amerikaner auf der mit einer Präsenz von rund 40 % stets schwach besuchten Hauptversammlung eine gewichtige Stimme.

Wyser-Pratte könnte fordern, das Unternehmen mit seinem Umsatz von rund 2,3 Mrd. Euro Umsatz und 13 000 Beschäftigten stärker auf die einzig lukrative Sparte Anlagentechnik mit der Robotertochter Kuka zu konzentrieren – eine Forderung, die auch Analysten in der Vergangenheit des öfteren erhoben haben. Vorstandschef Hans Fahr hat indirekt bereits eingeräumt, dass die Prozesstechnik mit der Hauptfirma Bopp & Reuther in Mannheim auf der Verkaufsliste steht, vorher aber saniert werden soll. Öffentlich will sich der Vorstand nicht zu Verkaufsplänen äußern, um die Preise nicht kaputt zu reden.

Analysten halten zumindest weitere Kurssteigerungen für wahrscheinlich. Jürgen Siebrecht von der WestLB hat die IWKA-Aktie bereits auf „Kaufen“ hochgestuft.

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