Der Erfolg der US-Sparte wird zum Prüfstein für die Strategie von Konzernchef Jürgen Schrempp
Die Stunde der Wahrheit für Daimler

Für Chrysler-Chef Dieter Zetsche ist 2004 das Jahr der Entscheidung. Die angeschlagene US-Sparte des Autoherstellers Daimler-Chrysler will dieses Jahr mit einer Modelloffensive endlich wieder zurück in die Gewinnzone finden und damit den Konzern in Stuttgart von seinen größten Sorgen befreien.

FRANKFURT/M. Viele Experten sind zuversichtlich, dass Zetsche und sein Vize Wolfgang Bernhard Chrysler wieder auf Kurs bringen können. Doch der drittgrößte US-Hersteller, der im zweiten Quartal 2003 die Anleger mit einem Milliardenverlust schockte, wandelt auf einem schmalen Grat.

Ein Fehltritt von Zetsche, ein Flop der neun neuen Modelle, und schon könnte die Sanierung wieder auf der Kippe stehen. Nicht nur Zetsches Schicksal hängt deshalb an Chrysler Erfolg in diesem Jahr, sondern die gesamte Strategie von Konzernboss Jürgen Schrempp. Sollte trotz Modelloffensive der Abwärtstrend bei Chrysler nicht gestoppt werden, „sehen wir die gesamte Strategie des Konzerns in Gefahr“, warnt Auto-Analyst Georg Stürzer von der Hypo-Vereinsbank. Harte unternehmerische Entscheidungen wären dann unvermeidbar. „Die Diskussion über die Sinnhaftigkeit einer globalen Strategie für Daimler-Chrysler würde neu entbrennen“, pflichtet Fredrik Westin, Analyst der WestLB Panmure bei.

Chrysler ist derzeit das größte Sorgenkind unter dem Dach des fünftgrößten Autokonzerns der Welt. Der US-Hersteller, der bereits von Zetsche saniert schien, kam im vergangenen Jahr wegen der anhaltenden Rabattschlacht auf dem amerikanischen Markt erneut ins Schleudern.

Die US-Sparte, die ursprünglich rund 2 Mrd. $ Gewinn erwirtschaften wollte, musste nach einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal ihre Prognose auf einen kleinen operativen Gewinn reduzieren.

Selbst dieses Minimalziel scheint Zetsche jedoch offenbar verfehlt zu haben: „Das Ziel, das wir uns gesetzt haben, forderte von uns eine Art herkulischer Leistung. Ich schneide im Vergleich mit Herkules nicht besonders gut ab“, sagte Zetsche Anfang des Jahres in Detroit. Analysten werteten dies als versteckte Gewinnwarnung.

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