Der größte europäische Biotechnik-Konzern könnte bald zum Verkauf stehen
Serono könnte bald zum Verkauf stehen

Das Genfer Biotechnik-Unternehmen Serono bestätigt, dass es Berater von Goldman Sachs beauftragt hat, „verschiedene strategische Alternativen“ für die Zukunft des Konzerns auszuloten. Es gebe bislang aber keine Gewähr, dass der Beratungsauftrag auch in eine Transaktion umgesetzt werde.

ZÜRICH. Die Genfer reagierten damit auf einen Bericht der Online-Ausgabe des „Wall Street Journals“ am Dienstag, in dem von einem möglichen Verkauf des Unternehmens die Rede war. Die Aktie von Serono schoss um mehr als acht Prozent in die Höhe und gehörte zu den Tagesgewinnern an der Schweizer Börse.

Serono ist mit einem Jahresumsatz von 2,5 Mrd. Dollar der drittgrößte Biotechnikkonzern der Welt und die Nummer eins in Europa. Zum aktuellen Kurs hat der Konzern einen Marktwert von umgerechnet neun Mrd. Euro. 62 Prozent von Serono liegen im Besitz der Gründer-Familie Bertarelli.

Serono-Chef Ernesto Bertarelli hatte jüngst im Gespräch mit dem Handelsblatt über Nachteile für seine Branche in Europa geklagt: „Die USA bieten ein wettbewerbsfreundlicheres Klima“. In Europa fehle eine breitere Investorengruppe, die an die Biotechnik glaubt, so wie das in den USA der Fall sei.

Zu dem Unmut über das Verhalten europäischer Investoren kommen Rückschläge, die Bertarelli in diesem Jahr einstecken musste: Prozesskosten in den USA ließen das Unternehmen unterm Strich in den ersten neun Monaten dieses Jahres in die Verlustzone rutschen. Das potenzielle Krebsmedikament Canvaxin zeigte in einer Studie keine bessere Wirkung als ein Placebo, das heißt ein Scheinmedikament ohne Wirksubstanz. Die Tests wurden daraufhin eingestellt. Zudem musste der Konzern enttäuschende Ergebnisse bei einem Medikament gegen Schuppenflechte hinnehmen: Es offenbarte ein erhöhtes Risiko bei nur moderater Wirkung. Hauptumsatzbringer der Genfer ist Rebif, ein Medikamente zur Behandlung von Multipler Sklerose. Es trägt die Hälfte zum Konzernumsatz bei.

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