Der Herausforderer rückt zu SAP auf
Die Larry-Ellison-Show

Der Markt für Firmensoftware wird neu geordnet. Der US-Konzern Oracle übernimmt den Wettbewerber Peoplesoft für 10,3 Mrd. Dollar. Nach langem Widerstand stimmten die Gremien von Peoplesoft der Offerte gestern zu. Damit wird aus dem feindlichen Angebot ein freundliches, und Oracle-Mitgründer Larry Ellison dürfte sein Ziel, bei Firmensoftware näher an den Marktführer SAP aufzurücken, endlich erreichen.

HB jkn/tnt FRANKFURT/M. Die Einigung ist das Ende einer 18-monatigen erbitterten Abwehrschlacht. Fünf Mal hatten Management und Verwaltungsrat von Peoplesoft die Offerten zurückgewiesen. Das Angebot entspreche nicht dem Wert der Firma. Zudem hatte der Peoplesoft-Vorstand Hürden für eine Übernahme installiert – so sicherte die Firma den Kunden hohe Rückerstattungen für den Fall eines Eigentümerwechsels zu. Diese „Giftpillen“, deren Zulässigkeit ein US-Gericht in dieser Woche prüfen wollte, wurden nun zurückgezogen.

In den vergangenen Wochen war der Spielraum für das Peoplesoft- Management enger geworden. Nachdem Craig Conway, der langjährige Peoplesoft-Chef, im Sommer das Unternehmen verlassen musste – angeblich wegen des Vertrauensverlustes bei Investoren – hatten sich die Zeichen für eine Einigung gemehrt. Zudem hatten rund 60 Prozent der Anteilseigner der letzten Offerte von 24 Dollar je Aktie zugestimmt. Erst eine erneute Erhöhung auf 26,50 Dollar sicherte aber die Zustimmung des Verwaltungsrats von Peoplesoft. „Es war ein langer, emotionaler Kampf“, sagte Peoplesoft- Direktor George Battle.

Der Verwaltungsrat empfahl den Aktionären gestern, das Oracle-Angebot anzunehmen. Es gilt bis zum 28. Dezember. Die Transaktion soll im Januar 2005 abgeschlossen werden. „Dieser Zusammenschluss gibt Oracle noch mehr Masse und Bewegung“, sagte Oracle-Mitgründer Ellison gestern.

Er erwartet, dass die Übernahme im vierten Quartal (Ende Mai) erstmals einen Ergebnisbeitrag von einen Cent je Aktie und im Folgejahr von rund acht Cent liefern wird. Im gerade abgelaufenen zweiten Quartal konnte Oracle den Ertrag um 32 Prozent auf 815 Mill. Dollar steigern. Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 2,22 Mrd. auf 2,76 Mrd. Dollar zu.

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