Der Iran erschließt seine enormen Rohstoffreserven und setzt auf Petrochemie für den Export
Herr Baghebanis Gespür für Gas

Auf dem schmalen Streifen zwischen der Küste des Persischen Golfs und wüstem Gebirge entsteht nicht nur der größte petrochemische Komplex der Welt – auf über vierzig Kilometer Ausdehnung baut der Iran mit internationalen Partnern, darunter auch vielen deutschen, an seiner industriellen Zukunft.

ASSALUYEH. Die Einwohner von Assaluyeh kommen aus dem Staunen nicht heraus. Mancher, der für ein oder zwei Jahre das kleine Fischerdorf an der heißen iranischen Golf-Küste verlassen hat, um in Shiraz oder Busher zu arbeiten, erkennt bei der Rückkehr seine Heimat nicht wieder: Das Dorf lässt sich in Mitten der riesigen neuen Industrieanlagen kaum ausmachen.

Hier, auf dem schmalen Streifen zwischen der Küste des Persischen Golfs und wüstem Gebirge entsteht nicht nur der größte petrochemische Komplex der Welt – auf über vierzig Kilometer Ausdehnung baut der Iran mit internationalen Partnern, darunter auch vielen deutschen, an seiner industriellen Zukunft. Die Pars Special Economic Energy Zone soll dem Land seinen Reichtum an Gas erschließen.

Unter den Wassern des Golfs liegt das Feld South Pars, es ist mit seinen 14 Billionen Kubikmetern Gas eines der größten Felder der Welt, das sich Iran mit Katar teilt. Der Iran will den begehrten Rohstoff jedoch nicht nur per Pipeline oder in verflüssigter Form exportieren. Das billige Gas soll dem Land den Einstieg in neue Industriezweige ermöglichen – darunter auch die Petrochemie.

Herr Baghebani, Projektmanager bei der National Petrochemical Company (NPC) in Assaluyeh, spult stolz die Eckdaten des Mega-Projekts herunter: Sieben Mrd. Dollar Investitionen, über 25 000 Menschen arbeiten auf den Baustellen der ersten Projektphase. Wenn sie fertig ist, sollen die Anlagen 10 000 neue Jobs bieten. Ein Rekord reiht sich an den anderen: hier die größte Methanol-Fabrik der Welt, dort die weltgrößte Fabrik für Harnstoff, der für Kunstharze oder Dünger gebraucht wird. Und das ist erst der Anfang, sagen die Leute von der NPC.

Die Arbeit auf den Baustellen ist hart: Im Frühjahr liegen die Temperaturen noch bei rund 28 Grad Celsius, es ist schwül. Im Sommer klettert das Thermometer bis auf 50 Grad. Die 14-Stunden-Schichten werden dann auf vier Stunden am Morgen und vier am Abend heruntergefahren. „Wir müssen die kühle Jahrszeit nutzen, um voran zu kommen“, sagt der Ingenieur Baghebani.

Seite 1:

Herr Baghebanis Gespür für Gas

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%