Der japanische Anlagenbauer JGC und der US-Konzern Halliburton bauen die weltweit größte Anlage für verflüssigtes Gas
Shell vergibt Milliardenauftrag in Katar

Der Energiemulti Royal Dutch Shell kommt auf seinem Weg in den Markt für verflüssigtes Gas (GTL) voran. Gestern vergab der zweitgrößte Ölkonzern Europas den Auftrag für den Bau der bisher größten GTL-Fabrik der Welt in Katar an ein Konsortium aus dem japanischen Anlagenbauer JGC und der Halliburton-Tochter Kellogg Brown Root. Nach Angaben des JGC-Managements liegen die Kosten für das Vorhaben bei über sechs Mrd. Dollar und könnten weiter steigen. Der erste Teil der Anlage soll 2009 fertig gestellt sein.

tom DÜSSELDORF. GTL ist das Trendthema in der Branche und verspricht ein großes Geschäft zu werden. Das verflüssigte und aufbereitete Gas gibt nämlich einen hervorragenden Diesel-Kraftstoff ab. GTL-Diesel hat neben einer besseren Energieausnutzung zudem einen großen Umweltvorteil: Er ist frei von Schwefel.

Die Kosten für die Produktion sind zwar ähnlich drastisch gefallen wie die für den Abbau von Ölsänden. Für den Einsatz im Massenmarkt als reiner Kraftstoff war die Herstellung von GTL bisher aber noch zu teuer. Trotzdem lässt sich GTL schon gut als Zusatzstoff bei Motor- und Hydraulikölen oder anderen Schmierstoffen einsetzen.

Bisher ist der Markt noch klein. Die Gesamtproduktion lag 2004 weltweit bei rund 50 000 Barrel am Tag (ein Barrel entspricht 159 Liter). Doch Experten rechnen damit, dass sich die GTL-Menge im Laufe der Dekade verzehnfachen wird – nicht nur, weil die Nachfrage nach Diesel jährlich zwischen drei bis fünf Prozent wächst. Ist die Shell-Anlage in Katar einmal fertiggestellt, wird sie 140 000 Barrel an GTL-Produkten am Tag leisten. Und Shell steht damit nicht alleine.

Der Ausbau der GTL-Aktivitäten macht aus Sicht des Oxford Instituts for Energy Studies Sinn: Denn der Zugang zu leicht abbaubaren Ölfeldern wird in Zukunft zunehmend schwieriger. Das liegt sowohl an politischen Instabilitäten, als auch an technischen Problemen.

Die riesigen, bisher kaum genutzten Gasfelder im politisch stabilen Katar, das nach Russland und Iran über die drittgrößten Gasreserven der Welt verfügt, bieten da eine gute Alternative. Das Erdgas lässt sich mit niedrigen Produktionskosten leicht fördern. Die Felder enthalten zudem brennbare Flüssigkeit, sprich Kondensat, das die Konzerne als Reserven buchen können.

Die Großen der Branche wie Exxon-Mobil, Chevron oder Conoco Phillips stehen mit ihren Plänen Shell daher nicht nach. Exxon, der größte börsennotierte Ölkonzern der Welt plant in Katar eine Anlage von ähnlichen Ausmaßen wie Shell.

Seite 1:

Shell vergibt Milliardenauftrag in Katar

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%