Der japanische Elektronikriese will mit einer harten Sanierung an alte Erfolge anknüpfen
Die Sony-Geschichte: Aufstieg und Fall eines Wunderkindes

Dieser Donnerstag wird entscheidend für die Zukunft des zweitgrößten Elektronikkonzerns der Welt: Dann erläutert Sony-Chef Howard Stringer, mit welch gravierenden Einschnitten er das Unternehmen überlebensfähig machen will. Nicht nur in Japan warten Manager und Kunden gebannt auf die Pläne – und man fragt sich, ob Sony je die Magie wiederfinden wird, die den Konzern an die Weltspitze geführt hat.

DÜSSELDORF/TOKIO. Stringer, Brite mit amerikanischem Pass, hat längst klar gestellt, wo er Sony heute sieht – nämlich am Rande des Abgrunds: „Ich muss handeln, um den Tod des Unternehmens zu verhindern“, sagte er jüngst entsetzten Mitarbeitern und Aktionären, um sie auf die Grausamkeiten vorzubereiten, die sein „Projekt Nippon“ mit sich bringen wird.

Wie es soweit kommen konnte, zeigt die Entwicklung Sonys – es ist die Geschichte vom Aufstieg und Fall eines Wunderkinds.

Zwischen 1970 und 1980 war Sony das Enfant-Terrible der japanischen Industrie. Der Konzern gab sich unkonventionell und hungrig. Etwa im Umgang mit dem ungeschriebenen Gesetz in der damaligen japanischen Elektronikbranche, dass man „untreue“ Mitarbeiter anderer Unternehmen, die gekündigt hatten und sich woanders finanziell verbessern wollten, nicht einstellte.

Emporkömmling Sony scherte sich wenig um alte Traditionen und wurde zum Sammelbecken für junge, unzufriedene Ingenieure, die in starren und senioritätsbezogenen japanischen Unternehmenshierarchien nicht vorankamen. Ergebnis: Die innovativsten Köpfe sammelten sich um die Sony-Gründer Akio Morita und Masaru Ibuka.

Der Durchbruch kam, als Morita in den USA für ein paar tausend Dollar die Rechte an einer Erfindung kaufte: dem „Transistor“. Morita erinnerte sich später, dass ihm die US-Manager von Bell zum Abschied noch auf den Weg mitgaben, mehr als Hörgeräte werde mit den Dingern wohl kaum machen können.

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