Der kleine, aber feine Markt soll in den nächsten Jahren wachsen
VW und Daimler zahlen in der Super-Luxusklasse Lehrgeld

Der Einstieg in die Super-Luxusklasse ist für einige Autohersteller schwieriger als erwartet. Gut ein Jahr, nachdem zahlreiche große Konzerne in den margenträchtigen Markt vorgeprescht sind, zeigt sich, dass selbst dieses vermeintlich konjunkturresistente Segment Risiken birgt.

FRANKFURT/M. Mit dem VW-Konzern und Daimler-Chrysler mussten die ersten Neuzugänge bereits Lehrgeld zahlen: So verschob die VW-Tochter Bugatti erneut den Start ihres Sportwagens Veyron und auch die Produktion des Daimler-Chrysler-Edelprodukts Maybach wird 2004 wegen individueller Ausstattungswünsche der Kunden unter Plan bleiben.

Experten sind sich zwar sicher, dass der Markt für Super-Luxusfahrzeuge lukrativ bleiben wird und auch weiter wächst. Doch den Anbietern macht das Gedränge im Luxussegment zu schaffen: Neben den etablierten Marken wie der VW-Tochter Bentley, dem BMW-Ableger Rolls-Royce und der Fiat-Edelschmiede Ferrari buhlt auch Mercedes mit dem Maybach und dem silberfarbenen Supersportwagen SLR um die Gunst der Superreichen – ebenso wie Ford mit dem Mittelmotorsportwagen GT und Porsche mit dem 558-PS-starken Superflitzer GT und VW mit Bugatti.

Nach Berechnung des Instituts für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Nürtingen muss der Markt für Luxuslimousinen um mehr als 60 % wachsen, damit die Pläne der Autohersteller aufgehen. Die Nachfrage nach Fahrzeugen in dieser Preisklasse – die Modelle kosten mindestens 200 000 Euro – lasse sich jedoch nicht beliebig steigern, fürchten Analysten.

Daimler-Chrysler korrigierte seine Erwartungen bereits nach unten. Die Mercedes Car Group geht für 2004 nur noch von 800 verkauften Luxuslimousinen der Marke Maybach aus – statt der geplanten 1 000 pro Jahr. Im wichtigen US-Markt wurden seit Jahresbeginn nur 19 Fahrzeuge neu zugelassen. Als Grund führte Vertriebsleiter Joachim Schmidt allerdings die vielfältigen Ausstattungswünsche der Kunden an. So äußerten die Käufer überraschend häufig Sonderwünsche, wie nach dem elektromagnetisch gesteuerten Panorama-Glasdach, das 80 % der Kunden orderten. Der Mehraufwand führe dazu, dass in der Maybach-Manufaktur Sindelfingen mehr Zeit auf die Fahrzeuge verwandt werden müsse. So sind laut Daimler-Geschäftsbericht im Vorjahr nur 600 Fahrzeuge ausgeliefert worden. Die Nachfrage sei aber ungebrochen, hieß es.

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