Der Konzern kann die Nachfrage nach neuen Modellen in den USA nicht befriedigen
Chrysler sieht sich auf Erfolgskurs

Chrysler-Chef Dieter Zetsche hat ehrgeizige Pläne. In fünf Jahren will er den Marktanteil der US-Tochter des Autokonzerns Daimler-Chrysler in Europa auf 1,4 Prozent verdoppeln. Die Umsatzrendite seines Unternehmens soll dann fünf Prozent erreichen.

je CALGARY. Die Chrysler Group entwickelt sich derzeit zum Favoriten der Analysten der US-Autobranche. Das Unternehmen hat nach der Fusion mit Daimler-Benz eine harte Sanierung hinter sich, während die Konkurrenten immer noch kämpfen. Bei Marktführer General Motors (GM) warnt Konzernchef Rick Wagoner vor weiteren Kostensenkungen, und der Aktienkurs von Ford sinkt immer tiefer. „Unter den Big Three liegt die Dynamik derzeit eindeutig bei Chrysler“, sagt ein Analyst.

Mit dem Ergebnis der Sanierung zeigte sich Zetsche nun zufrieden. Nach gut drei Jahren „totaler innerer Erneuerung“ hätten die Chysler-Modelle in Qualität, Styling, Ausstattung und Fahrverhalten „Weltformat“. Das ist die Grundlage für die geplante Expansion: Zetsches Fernziel ist, dass Chrysler 2012 eine Million Autos mehr produziert als 2002. In dem Jahr hatte Chrysler 2,8 Millionen Autos verkauft.

Der Manager hat es bei der Expansion vor allem auf das Ausland abgesehen. „Wir können die Konkurrenten nicht nur auf unserem Heimatmarkt bekämpfen, sondern müssen ihnen auch auf ihrem eigenen Turf begegnen“, sagte er bei einer Veranstaltung in Spruce Meadows, der größten Reitsportanlage der Welt, im kanadischen Calgary. Schon in diesem Jahr will Zetsche 180 000 Fahrzeuge außerhalb der nordamerikanischen Freihandelszone Nafta verkaufen.

Sein größtes Problem ist derzeit aber, dass die Nachfrage nach den neuen Chrysler-Modellen 300 C und Dodge Magnum das Angebot deutlich übersteigt: „Wir könnten 30 Prozent mehr verkaufen, wenn wir die Autos hätten“, sagt Zetsche dem Handelsblatt. Überdies ist laut Insidern der neue Hemi-Motor, der bei konstanter Fahrt automatisch vier von acht Zylindern abschaltet und damit Benzin spart, weit gefragter als erwartet – statt 20 bis 30 Prozent ordern fast zwei Drittel der Kunden die Autos mit dem Hemi-Aggregat. Von den in zwei Schichten produzierten 300 C und Dodge Magnum verkauft Chrysler derzeit etwa 20 000 Einheiten pro Monat. Die Einführung einer dritten Schicht, die nach Gewerkschaftsangaben bis zu 900 zusätzliche Arbeitsplätzen schaffen könnte, wird geprüft.

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