Der Konzern präsentiert am Mittwoch aktuelle Geschäftszahlen
Porsche beflügelt die Fantasie

„Die Chancen stehen gut, dass Porsche mit der Ankündigung der vierten Baureihe seine Wachstumsstory bekräftigen könnte“, hieß es in einer Studie der Investmentbank Goldman Sachs. Die flaue Sportwagen-Nachfrage hatte Porsche mit der erfolgreichen Einführung des „Cayenne“ mehr als wettgemacht.

HB FRANKFURT. Die Analysten von Goldman Sachs rechnen kurzfristig mit der offiziellen Bestätigung für die Entwicklung einer vierten Modellreihe bei Porsche. Es werde sich um eine Limousine und ein davon abgeleitetes Coupe im Format der etablierten Mitbewerber BMW 5er und 6er handeln, der die Motoren des Geländewagens Cayenne nutzen wird. Gebaut werden soll das Fahrzeug in Leipzig, hieß es in einer am Montag in London veröffentlichten Studie. Den Verkaufstart erwarten die Experten 2007. Die neue Modellreihe könnte den Gewinn je Aktie um bis zu 20 Prozent steigern, hieß es weiter.

Eigentlich wollte sich der Vorstand um Wendelin Wiedeking schon im April mit dem Projekt befassen, dann hieß es, der Beschluss werde „frühestens Ende des Jahres“ fallen. Porsche habe mit dem Cayenne noch alle Hände voll zu tun. Branchenkenner erwarten mittlerweile, dass es Frühjahr wird, bis Wiedeking das Geheimnis lüftet. Auf Dramaturgie versteht er sich. Weder am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz noch auf der Hauptversammlung Ende Januar in Leipzig werde etwas darüber verlauten, heißt es.

Doch Wiedeking scheint relativ konkrete Vorstellungen zu haben, wie das neue Modell aussehen könnte: „Die Überschrift lautet: Wir werden noch weniger Freunde in der Autoindustrie haben“, äußerte er sich vergangene Woche geheimnisvoll in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Vor 2007 wird die Baureihe ohnehin nicht im Schauraum stehen. Mit einem großen und stark motorisierten Viersitzer könnte Porsche etwa dem „Grand Sports Tourer“ (GST) Konkurrenz machen, den Daimler-Chrysler plant. Die Pläne seien weit fortgeschritten, Zulieferer seien bereits in die Entwicklung einbezogen, Prototypen würden schon im Verborgenen getestet, glaubt auch Goldman Sachs.

Bei Porsche wird unterdessen weiter gemauert und dementiert.

Äußerungen von VW-Chef Bernd Pischetsrieder über eine „C1“ getaufte große Limousine zwischen Passat und Phaeton haben die Fantasie der Experten weiter angeheizt. Könnte sich Porsche mit seiner anerkannten Entwicklungsabteilung auch bei dem neuen Projekt - wie schon beim Cayenne und dem Schwestermodell Touareg - mit Volkswagen verbünden? Das wäre eine ideale Basis für einen Porsche, glauben sie. Oder lässt sich die Cayenne-Plattform für eine weitere Baureihe nutzen? Für den kleinen Cayenne kaufen die Stuttgarter sogar den Basismotor in Wolfsburg. Volkswagen lehnte eine Stellungnahme ab.

Andererseits hätte Porsche nach neun Rekordjahren in Folge nach Ansicht der Analysten genügend Geld für die Entwicklung eines eigenständigen Modells. Schließlich müsste VW bei einem Viersitzer noch mehr als beim Touareg Kannibalisierungseffekte fürchten. Verdächtig finden die Experten die Investitionen von geschätzt 500 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr von Porsche, die der Konzern mit den Anlauf- und Einführungskosten für den Cayenne erklärt hatte. Das sei aber weit mehr als bei früheren Modelleinführungen, gab Goldman Sachs zu bedenken.

Der Konzern präsentiert am Mittwoch aktuelle Geschäftszahlen.

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