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03.03.2008 
Scania-Übernahme durch VW

Der neue Coup des Alten

von Carsten Herz

In einem Monat, am 17. April, hat Ferdinand Piëch Geburtstag. Ein großes Geschenk hat sich die graue Eminenz von Volkswagen aber bereits am Montag mit der Übernahme von Scania gemacht. Lässt der Deal doch den vom VW-Aufsichtsratschef erträumten neuen VW-Großkonzern ein Stück näher rücken.

Alles läuft nach seinem Masterplan: Ferndinand Piëch. Foto: apLupe

Alles läuft nach seinem Masterplan: Ferndinand Piëch. Foto: ap

FRANKFURT. Schon 2007 haben die Wolfsburger den Konkurrenten Daimler in wichtigen Kennziffern knapp hinter sich gelassen. Nun sorgt die Konsolidierung von Scania noch einmal für einen deutlichen Sprung bei Profitabilität und Umsatz. Die Kräfteverhältnisse in der deutschen Autobranche sortieren sich damit neu, nimmt in Wolfsburg damit doch ein neuer Riesenkonzern mit Europas größtem PKW-Hersteller und einer starken LKW-Sparte immer klarere Formen an. Ferdinand Piëch hat so wieder einmal seinen Willen durchgesetzt, denn kaum ein Experte zweifelt, dass am Ende auch MAN Teil der von Volkswagen angestrebten Dreier -Allianz von Scania und der VW -Nutzfahrzeugsparte mit MAN sein wird.

Es ist ein Deal, wie ihn Piëch liebt. Unmittelbar vor dem am Dienstag beginnenden Auto-Salon in Genf setzen die Wolfsburger einen Paukenschlag. Fast alle Auto-Manager werden nun auf dem wichtigen Branchentreff am Genfer See über den Coup des bald 71-Jährigen reden müssen, der die Einigung seit Monaten in Hintergrundgesprächen ausgehandelt hatte. So mag es der raffinierte Taktiker, dessen Familieclan Piëch/Porsche über VW -Großaktionär Porsche die Kontrolle in Wolfsburg hat.


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Etwa 2,9 Mrd. Euro hat Volkswagen für die Mehrheit an Scania auf den Tisch gelegt. Das ist ein Preis von 200 Kronen pro Scania -Aktie und damit ein Aufschlag von 68 Prozent für Scania -Großaktionär Wallenberg und dessen Beteiligungsgesellschaft Investor gegenüber dem ursprünglichen Offerte von MAN, die nur 119 Kronen pro Scania -Aktie vorsah.

Die Wolfsburger zahlen damit ein deutlich höheres Multiple auf den Umsatz von Scania als noch Konkurrent Volvo beim Kauf des japanischen LKW-Bauers Nissan Diesel vor wenigen Jahren. Das ist allerdings der höheren Marge von Scania geschuldet, die mit einer Rendite von 14,4 Prozent Europas profitabelster Nutzfahrzeugkonzern sind. Volkswagen kann mit einer Nettoliquidität von 13,5 Mrd. Euro allerdings die 2,9 Mrd. Euro für Scania nach Ansicht von Analysten locker stemmen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Was für ein schnelles Zusammengehen von MAN und Scania spricht

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