Der neue Smart
Ein Sorgenkind wird erwachsen

Daimler hat seinen neuen Smart vorgestellt. Experten gehen davon aus, dass die dritte Generation des Kleinwagens profitabler sein wird als der Vorgänger. Das liegt auch daran, dass Renault die Finger im Spiel hat.
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DüsseldorfAm Ende war der Smart kaum mehr als ein Revolutiönchen. Vom einstigen Micro Compact Car des geistigen Smart-Vaters und Swatch-Chefs Nicolas G. Hayek blieb bei seiner Premiere im Jahr 1998 eigentlich nur noch eines übrig: Der Smart passte quer in jede Parklücke, ragte dank der Minimallänge von 2,50 Metern kaum auf Fußweg und Fahrbahn hinaus. Mit der zweiten Generation im Jahr 2007 fiel dieses Alleinstellungsmerkmal weg. Und als Daimler am Mittwoch den neuen Smart präsentiert, ist klar: Der Smart wird mehr und mehr zu einem Auto, das so ist wie viele andere.

Der neue Smart muss sich besser verkaufen und mehr einbringen als seine Vorgänger - wenn die Marke eine Zukunft haben soll. Der neue Smart ist keine reine Mercedes-Entwicklung mehr, er entsteht vielmehr in Kooperation mit Renault. So sollen die Stückzahlen steigen und die Kosten sinken, sagt Smart-Chefin Annette Winkler im Handelsblatt-Interview. „Wir verdienen schon heute mit jedem Smart Geld.“

Künftig soll es ein bisschen mehr sein, damit der Smart die Renditeziele des Gesamtkonzerns nicht gefährdet. Das Prinzip hat man schon einmal ausprobiert, bei dem Handwerkerauto und Familientransporter Citan. Und als der im ersten Anlauf schwache Chrashtestbewertungen einfuhr, gab es viel Kritik an Daimler.

Das ist wohl einer der Gründe, warum die Smart-Chefin Annette Winkler in diesen Wochen bei jeder denkbaren Gelegenheit ihr persönliches Mantra wiederholt: „Auch der neue Smart bleibt ganz der alte.“ Zumindest in Sachen Absatzerfolg wird sie aber hoffen, dass dies nicht stimmt.

Sowohl Twingo als auch Smart werden vom TCe-Dreizylinder-Benziner von Renault angetrieben, vom Band laufen sie aber nicht gemeinsam. Der Kleinstwagen Fortwo wird weiterhin im französischen Smart-Werk in Hambach produziert, der Renault Twingo und der Smart Forfour im Renault-Werk Novo Mesto in Slowenien. 

Der neue Smart soll auch an anderer Stelle im Konzern wichtig werden: Denn der konzerneigene Carsharing-Anbieter Car2go ist derzeit der wichtigste Smart-Kunde. „Wir sind mit unserem Auto auch die Grundlage für den Erfolg von Car2go“, sagt Winkler.

Um den Verkaufserfolg des Bonsai-Benz zu beflügeln, hat Daimler einiges von dem Geld gleich wieder in den Smart gesteckt, das beim Teamwork mit den Franzosen gespart wurde. Zum Beispiel ein brillantes Display im Tacho, eine witzige Steuerung für die Klimazentrale und ein großer Touchscreen fürs Navigationssystem, auf dem man wie beim iPhone mit zwei Fingern zoomen oder scrollen kann.

Fensterheber in den hinteren Türen zum Beispiel hat man sich aber genauso gespart wie teure Hightech-Scheinwerfer. Wie beim VW Up kann man die Scheiben im Fond deshalb nur ausstellen und unter der Tarnfolie funzeln lediglich H4-Strahler in die Nacht. Xenon oder gar LED wie Mini & Co? „Das haben wir uns mit Blick auf die Kosten verkniffen“, räumt Smart-Baureihenchef und Daimler-Ingenieur Markus Riedel ein. Im Hinblick auf die Kooperation mit Renault scherzt er: „Wir tragen die gleiche Unterwäsche, damit sich jeder ein aufreizendes Kleid leisten kann.“

Von außen ist der Smart nicht ganz der Alte, aber doch wiedererkennbar geblieben: Noch immer misst der Winzling keine 2,70 Meter, er hat die bekannte Tridion-Sicherheitszelle, und selbst wenn der Smart jetzt für den Fußgängerschutz eine kleine Stupsnase bekommt, behält er doch seine typische Silhouette.

Dass sich der Kleine andererseits aber auch gravierend verändert hat, merkt man spätestens bei der ersten Sitzprobe. Er ist zwar nicht länger, aber dafür gute zehn Zentimeter breiter geworden. Das schafft so viel Platz, dass selbst zwei gestandene Kerle noch einen sittlichen Abstand wahren. Und es lässt den Smart viel satter auf der Straße stehen.

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Die nervige Halbautomatik ging über Bord

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  • „Wir verdienen schon heute mit jedem Smart Geld.“
    Was ist denn das für ein Satz. Frau Annette Winkler sollte in ihrer Wortwahl etwas aufpassen, gibt sie damit doch unumwunden zu dass der Smart bis dato ein reines Verlustgeschäft war. Und daran wird sich auch längerfristig kaum etwas ändern. Zeichneten sich die erste und zweite Generation vor allem durch ihre passive Sicherheit und damit hoher Qualität aus, die hauptverantwortlich für die hohen Produktionskosten und damit dem hohen Preis verantwortlich waren, wird in der dritten Generation, in Zusammenarbeit mit Renault wohl gerade hierin gespart. Der Preis wird aber nicht sinken, zumal man ja höhere Margen einnehmen will. Nur werden die Kunden sich nicht für dumm verkaufen lassen, bemerken dass der neue Smart die Qualität eines jeden Renault Twingo besitzt und dafür nun wirklich überteuert ist.

  • Damit dürfte ja wohl auch klar sein, wie es um die tatsächliche qualität von Mercedes aussieht. Nur Deppen meinen, dass Renault NUR beim Kleinwagen mitmischt.

    Dann Happy Rosten liebe Mercedes Käufer.

  • Totalausfall.Das Auto wird zum totalen Flop! Zu teuer, viel zu hoher Verbrauch. Das Design geht. Was denkt sich eigentlich Daimler-Zetsche dabei? Das die Kunden blöd sind? Noch krasser bei Renault: Glaubt Renault tatsächlich, das die Kunden den völlig überzogenen Preissprung vom letzten Twingo zum Neuem mitmachen? Renault motiert zum Übernahmekandidaten durch unzählige Fehlentscheidungen. Ein Flop jagt den nächsten. Frage mich allmählich, was da für unfähige Entscheider in den Konzern-Etagen rumsitzen...

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