Volkswagen-Mitarbeiter in Wolfsburg

Der VW-Haustarif ist Deutschlands größter Firmentarif. Er gilt für rund 120.000 Beschäftigte in den sechs westdeutschen Werken.

(Foto: dpa)

Der neue VW-Tarifvertrag Für VW-Mitarbeiter gibt es 4,3 Prozent mehr Lohn und eine Einmalzahlung

Volkswagen und die IG Metall haben sich in der Nacht auf einen Tarifvertrag geeinigt. Was der neue Haustarif den Mitarbeitern im Detail bringt.
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WolfsburgBei den Tarifverhandlungen für die rund 120.000 Beschäftigten von VW haben Konzern und Gewerkschaften eine Einigung erzielt. Das teilte die IG Metall am Mittwochmorgen nach der vierten Verhandlungsrunde in Hannover mit.

Der neue Haustarif enthält deutliche Lohnsteigerungen, eine spürbare und neuerdings dynamische Aufwertung für die Werksrente sowie eine auf drei Jahre fortgeschriebene Garantie für jährlich mindestens 1400 neue Ausbildungsplätze.

Außerdem setzte die Gewerkschaft eine Wahlmöglichkeit zwischen Geld und Freizeit durch: Beschäftigte mit besonderen privaten oder beruflichen Belastungen erhalten für ein tarifliches Zusatzgeld, das erstmals im August 2019 in Höhe von 27,5 Prozent eines Monatsentgelts fließt, folgende Option: Sie können dieses Zusatzgeld alternativ in sechs zusätzliche freie Tage pro Jahr umwandeln.

Diese Wahlmöglichkeit soll besonders für VW-Beschäftigte mit pflegebedürftigen Familienangehörigen eingeführt werden. Die Aufwertung der Werksrente und die neue Wahlmöglichkeit zwischen Freizeit und Lohnzahlungen waren besondere Forderungen der IG Metall.

Im Detail enthält der neue Haustarifvertrag die folgenden einzelnen Punkte:

  • Von Mai 2018 an steigen die Entgelte für alle Beschäftigten um 4,3 Prozent. Für die Monate Februar, März und April gibt es zusätzlich insgesamt 100 Euro brutto Einmalzahlung.
  • Außerdem gibt es mehr Geld für die betriebliche Altersvorsorge: Von Juli 2019 an gibt es einen monatlichen Rentenbaustein vom Unternehmen über 90 Euro statt bisher 27 Euro. Im Januar 2020 steigt dieser Betrag dann auf 98 Euro monatlich.
  • 2019 wird das neue tarifliche Zusatzgeld eingeführt. Es beträgt 27,5 Prozent eines jeweiligen Monatslohns und wird einmal im Jahr quasi als Ergänzung des Urlaubsgelds im August ausgezahlt.
  • Bestimmte Beschäftigtengruppen können das tarifliche Zusatzgeld in sechs freie Tage umwandeln. Diese Wahloption auf Umwandlung in freie Tage gilt für Beschäftigte mit besonderen privaten oder beruflichen Belastungen (Eltern mit Kindern bis zehn Jahre, VW-Beschäftigte mit pflegebedürftigen Angehörigen, Mitarbeiter in Schichtarbeit). Die Umwandlung muss bis spätestens Ende Oktober für das Folgejahr angemeldet werden. Zudem kann die Wahloption dank ausgehandelter Öffnungsklausel künftig per Betriebsvereinbarung im Einvernehmen zwischen Unternehmen und Betriebsrat auf weitere Beschäftigtengruppen ausgeweitet werden.
  • Die Ausbildungsvergütungen steigen ebenfalls um 4,3 Prozent. Zudem fließen von 2019 an auch die 27,5 Prozent tarifliches Zusatzgeld an die Lehrlinge. Für die Monate Februar bis April gibt es 70 Euro Einmalzahlung.
  • Der Haustarifvertrag läuft bis 30. April 2020 und endet damit, wie zuletzt, einen Monat nach dem Flächentarifvertrag der Metallindustrie.

Im VW-Haustarifvertrag gibt es deutliche Unterschiede zum jüngst abgeschlossenen Flächentarif in der Metall- und Elektroindustrie. Zwar entfällt der im Flächentarif von 2019 an geregelte Festbetrag über rund 400 Euro brutto jährlich. Allerdings steht dem Wegfall die deutliche Aufwertung der betrieblichen Altersversorgung gegenüber. Die dort zusätzlich festgeschriebenen 63 beziehungsweise später 71 Euro Rentenbaustein (90 und 98 Euro statt bisher 27 Euro) fließen von Juli 2019 an monatlich.

Damit ergeben sich ab 2020 auf Jahressicht 852 Euro Aufwertung. Zudem werden die neuen Beträge – anders als die bisher gewährten 27 Euro – künftig an die Tariflöhne angepasst und steigen damit dynamisch. Das heißt, die kräftig aufgestockten Rentenbausteine wachsen mit künftigen Tariferhöhungen weiter.

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VW hatte zuletzt angeboten, die Löhne ab Mai 2018 um 3,5 Prozent und ein Jahr später nochmal um zwei Prozent anzuheben, bei einer Gesamtlaufzeit eines neuen Tarifvertrages von 30 Monaten. Die IG Metall hatte sechs Prozent höhere Löhne sowie eine Garantie für den Erhalt von Ausbildungsplätzen gefordert.

„Wir freuen uns, dass wir ein weitreichendes Tarifergebnis erreichen konnten“, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger. VW-Verhandlungsführer und Marken-Personalchef Martin Rosik meinte: „Es ist ein gutes Ergebnis für unsere Mitarbeiter.“ Für das Unternehmen sei der Abschluss vertretbar.

Der VW-Haustarif ist Deutschlands größter Firmentarif. Er gilt für rund 120.000 Beschäftigte in den sechs westdeutschen VW-Werken Emden, Hannover, Wolfsburg, Salzgitter, Braunschweig und Kassel sowie bei der VW-Finanztochter in Braunschweig.

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3 Kommentare zu "Der neue VW-Tarifvertrag: Für VW-Mitarbeiter gibt es 4,3 Prozent mehr Lohn und eine Einmalzahlung"

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  • Herr Hohn
    Noch ist nicht aller Tage Abend.
    Die betrogenen Kunden müssen für ihr Recht kämpfen, also für die uneingeschränkte Übernahme der Umbaukosten. Jeder Zuzügler erhält vollen Rechtsschutz, ggf. bis zum BGH, aber die blöden Dieselfahrer sollen "leer ausgehen". Da stimmt einfach die Balance nicht mehr, wenn es so kommen sollte wie befürchtet.

  • Das freut mich sehr für die Mitarbeiter.

  • Das sind doch schäbige Peanuts im Vergleich zu den mindestens zwölf Millionen Euro, die die Ex-VW-Vorständin Christine Hohmann-Dennhard mithilfe tatkräftiger Unterstützung in dem von ihren SPD-Parteifreunden besetzten VW-Aufsichsrat kassierte.
    Millionen Euro, dass das SPD-Mitglied Hohmann-Dennhard nach einem Jahr bei VW schon wieder ging.

    Das sollten potenzielle Käufer von VW bedenken. Und natürlich jene Dieselbetrogenen beim Kauf ihres nächsten Wagens, die im Gegensatz zu US-Konsumenten in Europa keinen Cent von VW erhalten.

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