Der niederländische Finanzinvestor CVC plant auch die Übernahme der Akzo-Tochter ANI
BASF trennt sich von Druckfarben

Die europäische Druckfarben-Industrie kommt in Bewegung. Nach mehrwöchigen Verhandlungen einigte sich jetzt die BASF AG mit dem Finanzinvestor CVC über den Verkauf ihrer Tochter BASF Drucksysteme GmbH. CVC will diese Übernahme offenbar nutzen, um einen neuen europäischen Druckfarbenhersteller zu formieren.

FRANKFURT/M. Denn die niederländische Private Equity Gruppe plant nach Informationen aus Branchenkreisen auch den schwedischen Druckfarbenhersteller ANI zu erwerben, der vor drei Jahren aus dem Akzo-Konzern ausgegliedert wurde.

Der Kaufpreis für BASF Drucksysteme bewegt sich nach Informationen aus Branchenkreisen bei 650 bis 700 Mill. Euro. BASF wollte die Informationen gestern nicht kommentieren. CVC war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. ANI erzielte zuletzt 232 Mill. Euro Umsatz. Die BASF erzielte im Bereich Drucksysteme 2003 mit 2 600 Beschäftigten Erlöse von rund 690 Mill. Euro. Der Löwenanteil des Geschäfts entfällt auf den Verkauf von Druckplatten, der auch als relativ profitabel gilt. Im eigentlichen Druckfarbengeschäft dagegen verbucht die BASF offenbar nur bescheiden Renditen. Auch war es dem Konzern in den letzten Jahren nicht gelungen, die Position in dem Bereich zu verstärken.

Die nun beschlossene Trennung von der Sparte passt insofern in die Strategie des Konzerns, sich auf rentable Aktivitäten mit starken Marktpositionen zu konzentrieren. In diesem Zuge prüft BASF derzeit die Trennung von weiteren Randaktivitäten, so vor allem auch einen Verkauf ihrer Beteiligung an dem großen Kunststoffhersteller Basell.

Auf dem etwa 15 Mrd. Euro großen Weltmarkt für Druckfarben geben heute vor allem global agierende Spezialisten den Ton an. Führender Anbieter ist die japanische Gruppe Sun Chemical, die in den zurückliegenden Jahren durch eine ganze Reihe von Zukäufen expandierte und inzwischen mehr als 3,5 Mrd. Euro Umsatz erzielt. In Europa verstärkte sich Sun vor vier Jahren durch Erwerb des damaligen Marktführers Coats Lorilleux, der Druckfarbentochter von Total. Auch die Nummer Zwei der Branche, der US-Konzern Flint, hat in den vergangenen Jahren die Konzentration vorangetrieben und in diesem Zuge 2002 unter anderem die Frankfurter Druckfarben-Gruppe Schmidt erworben. Vor diesem Hintergrund gelten weitere Zusammenschlüsse unter den verbliebenen mittelgroßen Herstellern als kartellrechtlich unproblematisch.

Im Falle BASF Drucksysteme und ANI dürften sich die Überschneidungen in Grenzen halten, da die frühere Akzo-Tochter vor allem in Nordeuropa stark vertreten ist, während sich BASF Drucksysteme eher auf Kontinentaleuropa konzentriert. Vor diesem Hintergrund zeigen sich Fachleute aus der Branche skeptisch, ob eine Bündelung der beiden Unternehmen genügend Synergien erzielen können, um den Kaufpreis zu rechtfertigen. Auch die Kombination von Druckplatten und Druckfarben gilt als wenig zukunftsweisend, nachdem bereits die BASF mit dieser Komplettanbieter-Strategie wenig Erfolg hatte. Branchenkenner rechnen damit, dass CVC über kurz oder lang das Druckplattengeschäft wieder verkauft, um sich so zu refinanzieren.

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