Der Pro-Kopf-Verbrauch von Bier ist sinkt um vier Liter
Biermarkt schrumpft durch Dosenpfand

Die deutschen Brauereien sehen sich durch das Dosenpfand, den anhaltenden Preisverfall und das schlechte Wetter stark unter Druck.

HB HAMBURG. „Der deutsche Biermarkt ist bereits im vergangenen Jahr um 3,4 Prozent oder 3,3 Millionen Hektoliter geschrumpft und wird in diesem Jahr weiter zurückgehen“, sagte Michael Scherer, der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Marke und Verpackung Deutscher Brauereien (AMV), am Freitag in Hamburg.

Nur 60 Prozent der der Verluste bei Einwegverpackungen konnten durch entsprechende Gewinne bei Mehrwegflaschen ausgeglichen werden. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Bier sei um vier Liter auf 117,5 Liter im Jahr zurückgegangen. Die verunsicherten Verbraucher, die sich ohnehin bei ihren Konsumausgaben zurückhalten, greifen nach Erkenntnissen des AMV zunehmend zu Billig-Bieren.

Im Lebensmittelhandel und bei den Getränkemärkten sei der preisliche Einstiegsbereich von vier bis sechs Euro plus Pfand für einen Kasten Bier überdurchschnittlich gewachsen. Einzelne Hersteller hätten Zuwachsraten bis zu 44 Prozent zu verzeichnen. Im Gegenzug sei bei den meisten teuren Premium- Pilsmarken bestenfalls eine Stagnation, zum Teil aber auch ein Rückgang festzustellen.

Gemessen am Absatz machen billige und teure Biere jeweils ungefähr ein knappes Viertel des Marktes aus. Mehr als 50 Prozent entfallen auf das mittlere Segment der Konsum-Biere. „Die Behauptung, durch das Pfand seien tausende neuer Jobs entstanden, ist falsch und entbehrt jeder Grundlage“, sagte Scherer. Im vergangenen Jahr sei die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Brauwirtschaft um 1 000 auf rund 34 400 zurückgegangen und im laufenden Jahr sei eine weiter rückläufige Entwicklung zu erwarten. Die Branche fordert, das Pflichtpfand wieder abzuschaffen. Im AMV sind vor allem die größeren Brauereien organisiert, aber auch einige Mittelständler.

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