Der traditionsreiche italienische Fahrradhersteller konzentriert sich auf den Bau edler Rennmaschinen
Bianchi will auch ohne Ullrich kräftig zulegen

Giro d'Italia und Tour de France spielen für die Zweiradschmiede Bianchi eine ähnlich große Rolle wie die Formel 1 für den Autohersteller Ferrari. Deshalb schien es für das Unternehmen aus dem norditalienischen Städtchen Treviglio ein echter Glücksfall zu sein, Anfang der letzten Saison das Pleiteteam von Medion samt seinem Superstar Jan Ullrich übernehmen zu können.

TREVIGLIO. Dass der Deutsche bei der Tour de France dann das Comeback des Jahres hinlegte, hat Bianchi nicht nur sportlich sondern auch geschäftlich genutzt. Umso gravierender ist es für die Italiener, dass sich das Team Bianchi nach der vorzeitigen Kündigung des Radprofis voraussichtlich auflösen wird. Auch für das Image des traditionsreichen Radherstellers, auf dessen mintgrünen Rennmaschinen schon Fausto Coppi und Marco Pantani Triumphe feierten, ist der Rechtsstreit um nicht bezahlte Gehälter für den Spitzensportler äußerst unerfreulich.

Dennoch zeigt sich Geschäftsführer Davide Brambilla im Gespräch mit dem Handelsblatt zuversichtlich: „Erstens ist die juristische Auseinandersetzung noch nicht entschieden, zweitens wird Bianchi auch in Zukunft dem Radsport verbunden bleiben.“ Gerüchten zu Folge wird Bianchi in der kommenden Saison als Co-Sponsor des Alessio-Teams auftreten. Branchenkenner sind sich einig: Zwischen einer starken Präsenz im Profisport und wirtschaftlichen Ergebnissen von Unternehmen wie Bianchi besteht ein unmittelbarer Zusammenhang. Denn speziell für den Absatz teurer Produkte sind sportliche Erfolge bei den großen Radrennen essentiell. Nach einer grundlegenden Umstrukturierung in den letzten drei Jahren konzentriert sich Bianchi nun ausschließlich auf hochwertige Räder in der Preiskategorie von 1000 Euro aufwärts. Aus dem mittleren und unteren Segment – also dem Fahrrad-Massenmarkt – ist das Unternehmen ausgestiegen.

Folge: In den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl der von Bianchi produzierten Fahrräder von 200 000 auf 100 000 halbiert, der Umsatz ist mit 48 Mill. Euro aber weitgehend stabil geblieben. Die Gewinnmarge vor Steuern liegt bei 6 %; mittelfristig soll sie dank höherer Effizienz 10 % erreichen, sagt Brambilla.

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