Der tschechische Autokonzern nimmt in Indien den Massenmarkt ins Visier
Skoda soll für Volkswagen den indischen Subkontinent erobern

Lange überließen Europas Autokonzerne Indien fast kampflos Konkurrenten aus Japan, Korea und den USA. Doch das rasante Wachstum von Asiens viertgrößten Automarkt leitet ein Umdenken ein. Der Volkswagen-Konzern will in dem Land über seine Tochter Skoda aggressiv wachsen. „Indien ist für Skoda strategisch so wichtig wie China für VW“, begründet das Skoda-Vorstandsmitglied Karl-Günter Büsching.

AURANGABAD. 2001 trat sein Unternehmen in Indien mit dem Modell Octavia an, und in diesem Februar hat Skoda in der zentralindischen Provinzstadt Aurangabad ein neues Werk in Betrieb genommen. Dort werden dieses Jahr 8 000 Autos vom Band laufen. Die Fabrik – Skodas größtes Auslandsprojekt – ist auf Expansion ausgerichtet. „Unsere größten Wachstumschancen liegen in Asien,“ meint Imran Hassen, Geschäftsführer von Skoda Auto India. Er will den Absatz in Indien in den kommenden Jahren um 50 Prozent pro Jahr steigern. Dazu wird die Produktpalette ab Ende 2005 mit Hilfe der Modellreihe Fabia in Richtung Massenmarkt erweitert. Gleichzeitig will Skoda anfangen, aus Indien zu exportieren. Zunächst hat das Unternehmen direkte Nachbarn wie Sri Lanka im Visier. Im zweiten Schritt will es von Indien aus südostasiatische Märkte wie Thailand und Malaysia erobern.

Derzeit baut Skoda in Aurangabad Autos noch weitgehend aus importierten Teilen zusammen. Die indische Fahrweise, zu der neben halsbrecherischem Rasen ohrenbetäubendes Dauerhupen gehört, zwang die Europäer allerdings zur Anpassung: „Unsere Hupen sind auf Dauerbelastung nicht ausgerichtet,“ begründet Büsching den Einbau eines robusteren Produkts aus indischer Fertigung. Bald soll der Anteil lokaler Zulieferer aber auch in anderen Bereichen steigen. Sobald die Jahresproduktion die 50 000-Stück-Marke erreicht, rechnet sich der Aufbau einer vollen Produktionskette in Indien. „Ich erwarte, dass wir in fünf Jahren soweit sind,“ sagt Büsching.

Büsching dementiert Berichte indischer Zeitungen, denen zufolge der Mutterkonzern auch mit der Marke Volkswagen den Einstieg in Indien erwägt. Derzeit hätte diese dort ohnehin ein Positionierungsproblem: Denn fern von Europa ist es Skoda gelungen, sich ein Luxus-Image zu geben und sich fest im Oberklasse-Segment zu positionieren. Klimaanlage, Servolenkung, ABS-Bremsen und elektrische Fensterheber gehören in Indien zur Serienausstattung. Konkurrenz kommt von Modellen wie Honda Accord, Toyota Corolla und Hyundai Sonata. In China sieht Skoda indes Marktlücken neben VW. Bis 2006 wollen die Tschechen dort ihren zweiten Produktionsstandort in Asien aufbauen. „Gespräche mit den Joint-Venture-Partnern von VW laufen,“ bestätigt Büsching.

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